Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 428 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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428 Zur Wissenschaft des Judenthums. ' , ' den Namen und das Schicksal des vierten von ihm zu fordern. Er muß ja irgendwo untergebracht worden, oder auf dem Schiffe gestorben sein, was beides R. Mose und R. Chanoch, welche zuletzt aus der Gefangenschaft und dem Schiffe, gingen, hatten wissen und erzählen muffen. Diese Behauptung aber ist so klar und einfach, daß möglicherweise in einiger Zeit wieder Jemand auftritt, mit der Erklärung, es verstehe fich so von selbst und mit der Verficherung „daß er allbereits ein Geheimniß wisse," daß nämlich der Behauptung der Mangel an Neuheit und Originalität auf die Stirne gedrückt fei1). Trotz dem bestreitet Herr Cassel diese Annahme, weil Chanoch noch ein Kind gewesen sei. Seine Worte lauten: „Denn daß der Knabe Chanoch der vierte gewesen, ist etwas sehr willkürlich angenommen." Und S. 232: „R. Mosche war noch ein junger Mann, als er nach Spanien kam, denn seine Frau-reizte noch durch ihre Schönheit die Lüste des JbnMomahis, und R. Chanoch noch ein Knabe, denn erst eine Zeit nach seiner Anstedlung in Cordova verheirathete ihn N. Mosche; denn daß es noch einige Jahre bis zu dieser Berheirathung dauerte, wird durch die Angabe klär, daß es eine der größten Familien gewesen, mit der er ihn verheirathet, und das kann erst nach allmahligem Wachsen seines Ansehens geschehen sein. Man verheirathete sich aber sehr frühzeitig 2)." Spater (233) laßt Herr Cassel den Knaben Chanoch zum Mnde werden und tobtet den R. Mose mit schrecklichen Widersprüchen um 960. Ich will davon schweigen, daß R. Mose, W so großes Aufsehn macht, der über großen 'Gehalt und Equipage (wie vielleicht kein Rabbiner in der ganzen Welt) gebietet, den selbst der große König Abderrahman für .ein Kleinod halt, der jetzt das Ueberraschende der Neuheit seiner Erscheinung für sich, hat, daß der noch warten sollte mit der Berheirathung seines Sohnes, bis sein Ansehn wachst. Ich will ferner den Beweis für die Jugend des R. Mose durch kein ^22 ach entkräften3). Ich will ferner keinen Vorwurf gegen Abr. b. D. richten, daß er nichts von dem sehr frühzeitigen Tod des R. Mose berichtet, da er nach Hrn. Cnothwendig um 960 in der Blüthe der Mannesjahre gestorben sein müßte. Aber ich mache Hrn. C. meinen gerechten Unwillen über seine Grausamkeit kund, mit der er den jungen R. Mose ohne Frau laßt! Ein so frommer und junger Rabbiner, in den glänzendsten Verhältnissen lebend und der Stolz des Abendlandes, müßte vor Allem verheirathet sein, und schon die bloße Vaterliebe für sein klei- 1) Asulai im trtvttin ütt) unter n, N und 53, nennt wirklich den R. Chanoch '121 NN8. 2) Was ließe sich Alles gegen diese seltsamen Hypothesen sagen. Nachdem aber Hr. C. ein vielstöckiges Kartenhaus aufgebaut hat, setzt er sich vor die Thüre desselben und ruft den Leuten naiv zu: Es seien Satze, die durchaus nicht auf unwahrscheinlichen Conjecturen, sondern auf Lebensverhaltniffen beruhen, die immer richtig sind! 3) Könnte Nicht die Frau z. B. im höheren Alter noch sehr schön gewesen sein, wie es bei sittlich frommen' und müßig lebenden Jüdinnen schon von Sarah an gewöhnlich und nothwendig war? Konnte sie nicht die zweite oder gar dritte Frau des R. Mose gewesen sein, so daß er 60 Jahre, sie 30 oder noch weniger alt war? Ich glaube, die Beispiele von jungen Frauen an der Seite alter Männer find bei weitem nicht so selten, als die todesverachtende Treue und Tugend solcher Frauen'. 7 -