Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 427 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Wissenschaft des ZudenthumS. 427 sel's Worten hervorzugehen scheint. Hebräisch und RabbLnisch versteht er wenigstens aus dem Grunde', belesen ist er sehr, und seine Zusammenstellung der Facta für ungelehrte Leser und Leserinnen ist gewiß nicht zu verachten, selbst wenn die hohe Kritik unserer Zeit ihr Füllhorn nicht über ihn auSgegoffeu hatte. Ihm aus Kosten seines -selbstständigen Verdienstes das Verdienst einer traditionellen Anschauung unterzuschieben, hatte Hr. C. vielleicht auch deshalb unternommen, weil er bei dieser Gelegenheit der traditionellen Anschauung eine öffentliche Huldigung bringen wollte. Da die Tradition des Man sich schwerlich bis zu Abr. b. David hinaufführen läßt, so haben wir durch ihn weiter nichts als die Beistimmung eines Gelehrten mehr, gewonnen. Die.Widerlegung meiner Gründe und die von Hrn. C. dafür aufgeführten Gründe 2 und 3 mag ich weiter nicht untersuchen,- der vergleichende Leser wird finden, daß^veder die einen noch die anderen zur Erledigung des Themas viel beitragen. Ich selbst bin überhaupt lauer in Verfechtung meiner Anficht geworden, weil das NV22N in solcher Bedeutung doch zu isolirt bei Abr. b. D. steht, und nur wenn sich die von Hrn. Hook nachgewiesene Stelle im Juchafin, so wie er sie nimmt und wie sie vorläufig genommen werden muß, bewährt, würde ich mich entschließen, mich für die erstere Auffassung zu erklären. Denn auch meine Etymologie des Wortes, als --- schola, hat für mich den größten Theil ihres Reizes verloren. Weder das griechische noch das lateinische Wort konnte so mir nichts dir nichts über den untern Euphrat und an den Tigris mitten in die heiligen Hallen der Akademien dringen. Wäre das Wort in Palästina entstanden, so ließe sich sein hellenischer oder römischer Ursprung erklären, nicht so in'Mesopotamien. Bedenklich ist mir auch die Abwerfung des s statt der Annahme eines Alef prosthetinum, wie auch Hr. Cassel richtig bemerkt, und wirklich kommt es mehrmals in letzterer Form vor in den Worten mVDJö» und a&oöa, welche der Verfasser des Aruch schon dmch Schola erklärt. Selbst die Form (Gittin 58, a) mag mit setwla und scholasticirs im Zusammenhänge stehen. Vielleicht läßt sich das Wort aus dem Innern des hebräischen Wurzelwesens selbst erklären, r&a heißt ja eigentlich die Bekränzte, von Schmuck und Pracht Umgebene, die Akademien aber zur Zeit der großen Frequenz im Frühling und Herbste dachte man fich bekränzt vvn Menschen, wie der Römer auch corona von der den Redner umgebenden Volksmenge sagte, und im Deutschen sagt man auch: ein Kranz von Männern, Frauen, Fürsten u. dergl., die einen Künstler, Redner umgeben. Die so reich besetzten Bänke der Akademie konnten dann wohl den Namen iita bedingen, ein Wort, welches in solcher Herkunft auch vortrefflich, wenigstens poetisch-mystisch auf den durch Schmuck und Pracht gefeierten Sabbattag angewendet werden konnte *). 4. Personal der Reisenden. Im Literaturblatte des Orients (1844, 44 e. 720) habe ich d^ie Behauptung ausgestellt, '"i der Sohn und Nachfolger des trm '*1 sei der vierte der gefangen genommenen den die Ueberlieferung im Sinne hatte. Da doch der obscure Name des -prfca 'n rwaia S im Gedächtnisse der Leute sich bis auf Abr. b. D. fortgepflanzt hat, so sind wir auch gewissermaßen berechtigt, *) Vgl. unsere Etymologie dieses Wortes S. 235 Anmerk. AuA dürfet rtü bedeuten die Allgemeinheit, Gesammtheit (wie dieses in der Versammlung an den beiden gedachten Sabbaten), ähnlich dem später in solcher Bedeutung gebräuchlichen F.