Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 426 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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426 Zur Wissenschaft des Judenthums. wachsamen und lauernden Kritik eine solche Quelle zu plündern. Neu. ist allerdings meine Erklärung nicht, wie sich nachträglich zeigt, aber original wird sie nichtsdestoweniger bleileu. Wenn solche unedle Verdächtigungen erlaubt und allgemein waren, so müßte man künftig ängstlich sein, einen Gedanken, eine Hypothese, Emendation rc. zu veröffentlichen, aus Furcht, die Sache sei schon anderswo gesagt, und man würde dann von gewissen Leuten verketzert werden. Mir wird aber gern der Billigdenkende zugeben, daß es sehr möglich , ja sehr wahrscheinlich ist, den V'e) nicht gelesen zu haben. Ich wenigstens habe noch viel wichtigere Bücher zu lesen! Habe ich mich auch über Hrn. H's. Sprache zu beschwerenso wird diese mich doch nicht vermögen, weniger unparteiisch bei der Prüfung seiner, für die Sache beigebrachten Gründe zu sein. Ich bin auch der Meinung, daß im Talmud die Formel NO22N nur vom Einholen der in die Ehe übergehenden Braut gesagt wird, ebenso wie es im täglichen Gebete neben und NAN nichts Andres sein konnte* *)- Dies ändert aber die Sache noch nicht zu Gunsten der Erklärung „Schule;" denn die vier Gelehrten können eben so gut zur Einholung einer vornehmen Braut gereist sein, wie zur Sammlung für einen Ausstattungs-Fonds. Jedenfalls habe ich geirrt, wenn ich meinte, man nehme an, sie sollten für die Ausstattung einer Braut gereist sein, was Frankel mit Recht zurückweist. Auch die von Hrn. H. benutzte Stelle aus dem Juchasin ist wichtig, und bedarf näherer Prüfung. Es ist bedenklich, daß geradenur bei diesen 300, von Baffora erhobenen, Goldstücken der Zusatz x->p:n ami steht, man sollte ihn entweder zu Anfang oder zu Ende der Einnahmeliste erwarten. Warum sollte gerade die Einnahme vom Kreise Baffora heißen, wahrend Juchasin diese Einnahmen so oft pin nennt? Es ist wähl möglich, daß das Wort nto hier, welches übrigens in der Koustantinopeler Ausg. rfea oder heißt (der erste Buchstabe ist undeutlich) eiu geographischer Name ist und zwar auf JrnVfö sich bezieht, die unter dem Namen Balch oder Calch bekannt seiend). Finden sich noch analoge'Stellen, wo keine geographische Deutung zulässig wäre, so ist allerdings ein Fortschritt für die Erklärung „Schuleinnahme" gemacht. Ob ein solcher Fortschritt durch den neuen, oder vielmehr alten, Murten Menachem Man gemacht ist, weiß ich nicht. Herr Cassel zwar stellt die Autorität dieses Man an die Spitze seiner Gründe zur Rechtfertigung der von mir angegebenen Erklärung, und zwar-nicht, weil der für die Weiber schreibende Man ein Selbstkritiker sei, sondern weil sich in ihm die Tradition erhalten („und da der Verfasser .nicht soviel kritischen Geist hat, um das zu erfinden, so wird er es aus traditioneller Anschauung gehabt haben, der ich auch hier wieder in diesen Dingen die Wahrheit zutraue" Juniheft S. 234). Diese, auf Frömmigkeit ihres Urhebers zurückführende, Redensart wird von Frankel in einer Note mit Recht dadurch entkräftet, daß eine so späte Stelle keinen Anspruch auf die Anerkennung traditioneller Anschauung in ihr machen könne. Was mich betrisst, so habe ich Anfangs gesagt: „Und was kein Verstand der Verständigen sieht. Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth." Indessen Meuachem Mau ist wirklich so ^einfältig nicht, wie aus Cas- 1) S. Juchasin und Amsterdam 93, b. ed Constantia. S. 264, Z. 2 v. o. *) Bei Abulfeda kommt ein Ort rfefc in dieser Gegend vor.