Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 425 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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42S Zur Wissenschaft des Judenthums. mit neuen Beweisen die von mir geführte Sache, aber der Anfangs seines Liedes ist ein Stich und das Ende ein Hieb*). Herr Seelig Cassel sagt auch, daß im genannten Buche die Worte hib nd^n so aufgefaßt werden, aber er sagt es ohne hämischen Seitenblick. Ich muß dem Leser vor Allem darüber noch ein Geschichtchen erzählen, für-dessen Wahrheit zahlreiche Bürgen einstehn können, und das beweisen mag, wie Saumseligkeit sich an dem Säumigen rächt: Einige Wochen nach dem Erscheinen meines Aufsatzes im Märzheste 1845 dieser Zeitschrift theilte mir der ehemalige Königsberger Rabbiner, jetzt in Berlin wohnende Herr I. M. Goldberg mit, daß meine Erklärung schon vom Verfasser des in deutscher Svrache geschriebenen rvnsiü gekannt fei1 2 * 4). Herr Goldberg selbst hatte das Buch. Ich sah die Stelle und schickte meinen Schüler W. zum Besitzer, sie genau abzuschreiben, indem ich die Absicht hatte, sie in dieser Zeitschrift bekannt zu machen. W. schrieb mir das ganze Kapitel ab, versäumte aber den Namen des» Verfassers ^), Ort und Jahreszahl des Druckes*) zu copiren. Es vergingen nun einige Wochen, und während dessen verkaufte Hr. G. das Buch. Anfangs wollte er mir den Namen des Käufers nicht nennen und versprach mir nur eine Abschrift des Titels. Nach wiederholten Bitten von meiner Seite eröffnete er mir, daß Herr Selig Cassel durch Kauf der jetzige Besitzer des Buches fei. Durch Verzögerung von meiner Seite und andere Umstände konnte ich nicht zu einer vollständigen Copie gelangen, so daß ich endlich die Sache auf sich beruhen ließ. Ich habe jedoch vielen hiesigen Bekannten den Fall erzählt, und vielleicht hat Herr Hook durch Herrn Cassel oder Hrn. Goldberg, oder mittelbar durch mich selbst das große Geheimniß erfahren, das ihm die unsterblichen Götter zu veröffentlichen vergönnt haben, statt daß es durch meine Hand hätte geschehen sollen. Meint nun Hr. Hook wirklich, ich hätte mich mit den Federn des geschmückt, so" wird er mir die Versicherung auch nicht glauben, daß ich feit meinem zehnten Jahre das Buch nicht gesehen habe. Aber er traut mir doch einerseits zu viel Armuth und andererseits zu viel Muth zu, wenn er glaubt, ich habe es nöthig und ich werde es wagen, im Angesichte einer 1) Die Einleitung soll im höhnischen Tone zu wissen thun, wie die vermeintliche Originalität meiner Erklärung keine Originalität sei. „Auf die Originalität dieser Idee kommt Herr L. im Octoberheft der genannten Zeitschrift wieder zurück...." sagt Herr H. und am Schluffe heißt es: „Haben wir uns so bestimmt gesehen, der Ansicht des Hrn. L. in der Hauptsache beizutreten, so müssen wir die Neuheit und Originalität der Erklärung durchaus in Abrede stellen." Entweder Hr. H. hat hier den Unterschied zwischen Neuheit und Originalität nicht berücksichtigt, oder'er hat ihn wohl vor Augen gehabt und wollte mir eine Injurie sagen. Im erstern Falle sage ich: rintr» d^dzin . db'nd'id; im zweiten Falle sage ich gar nichts! 2) Das Buch erschien zuerst neben Josippon in Amsterdam 1743. Es soll auch ins Hebräische übersetzt in Sulzbach erschienen fein. > 3) Der'Verfasser heißt im bürgerlichen Leben: yn, mit dem Synagogennamen und vollständig *p drdn und er nennt sich Wie mir Zunz mittheilt, war er auch Corrector (iTM). 4) Ist, wie Herr Cassel angibt: Fürth 1767 von d^N nachgedruckt, und zwar druckt er Alles wörtlich nach, so daß die Amsterdamer Local-Begebenbeiten mit „hier" u. dgl. wiedergegeben werden. Man sieht, die Chajim Madfis sind nicht besser, wie die Chajim Pollak.