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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-11-01 · 11 (November 1846) · p. Seite 423

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
11 (November 1846)
Date
1846-11-01
Page
Seite 423 (sequence 25)
Language
German
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Zur Wissenschaft des Judenthums. 423 an; vielleicht daß ein kommender Baumeister, dem wir ein Fundament hinterlaffen haben, es doch noch zum Gebäude benutzen^ kann. Aber eine neue vorgensmmene Prüfung führte mich auf ein bisher übersehenes oder nicht in seiner Bedeutsamkeit erkanntes Wort. In pöTTF (selbst in der ersten Ausgabe), wo die Erzählung des A. b. D. fast wörtlich ausgenommen ist, heißt es nämlich: „Und es ging dep Flottenführer Vinn Wäö Auch bei Jsak Israeli im Jesod Olam findet stch das Wort vlNdtÄ,. welches in Verbindung mit den Worten: „Sie gingen in die syrischen Gewässer, von da ins griechische Jnselmeer" vermuthen laßt, daß es auf byzantinische Schiffe und Städte abgesehen war. Eine byzantinische Stadt war damals auch Bari, und es. ist somit ganz in der Ordnung, daß ein von dort kommendes Schiff als gute- Prise betrachtet wird.^ Nun aber wissen wir, daß seit 948, wo feierliche Gesandtschaften zwischen Cordova und Cynstantinopel gewechselt wurden, der Friede zwischen Abdarrahman und dem griechischen Kaiser hergestellt war. Es muß demnach (vollends wenn das Schiff und seine Reisende wirklich aus Barr waren) Pie Begebenheit vor 948 versetzt werden^. Bestätigt fich diese Annahme von anderer Seite, dann würde für R. Mose eine Wirksamkeit von 42 bis J5 Jahren gewonnen sein, aber manches Andere in den Angaben des A. b. D. würde, wie zum Theil schon gesagt, fich der Ausgleichung widersetzen. Ich muß hierbei meinen Lesern noch eröffnen, daß Rodriguez de Castro in seiner Biblioteca Espanola Th. 1 S. 2 gerade die Zahl 948 angibt, was mir bei den Mitteln dieses Mannes fast komisch vorkommt. Aufmerksam gemacht burch Frankels Note im Decemberheft 1845 dieser Blatter (S. 461) verglich ich die. Stelle, fie lautet. . . „Y en la edod de los Rabanim en que se empezaron a erigis en Espafia sus Academias siendo la primera la que se fundo en la ciudad de cordova en el anno del mundo 4708 de Christo 948 por Rr Moseh uno de los mas famosos Sabios de Pombidita.“ Woher dieser Gelehrte, dex unwissendste derer, die über jüdische Literatur geschrieben haben, diese Zeitbestimmung gewonnen, ist mir unmöglich anzugeben. Aus eigenen Kenntnissen konnte er fie nimmermehr bestreiten, man darf ihn also durchaus nicht im Verdacht Huben, daß sie das Resultat seiner Belesenheit und Combination ist, eben so wenig wie, daß er iu einer alten Ausgabe, oder in einer Handschrift gelesen habe ^), vielmehr kann man,sicher 1) Abulfeda und Conde sprechen von der Eroberung eines Schiffes, das dem spätem ägyptischen Sultan Moez gehört habe, was allerdings wahrscheinlich ist. Unser A. b. D. war, wie es scheint, mit der außerjüdischen Geschichte der damaligen Zeit nicht tief genug vertraut, und er konnte leicht jeden Krieg Abdarrahman's für einen Krieg mit üYisa halten; es darf auch hier für Frankreich und Italien gelten, und so wäre die im .Texte vorgelegte Beweisführung von einer Seite widerleglich. (Es können hier auch die Normannen gemeint sein, die häufig an den spanischen Küsten plündernd und raubend landeten. Vgl. Schäfer Geschichte von Spanien 2. Thl. — F.) Wir rechnen daher auch dieses Resultat nur für eines der Materialien, die ein späterer Forscher besser anwenden mag. Sicher ist nur, daß zwischen Byzanz und Cordova seit 948 Friede war, der andalufische Admiral würde aber die Juden aus Bari doch gefangen haben, besonders wenn sie auf ei^em dem Moez gehörenden Schiffe waren, da schwerlich ihretlvegen es zum Kriege gekommen wäre. 2) Der verewigte Michael schrieb mir vor drei Jahren, daß alle Ausgaben und seine zwei Handschriften des srfapn 'ö nicht anders als -,£>n lesen.

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