Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 422 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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422 ' Zur Wissenschaft des ZudenthumS. Zur UMenkhslft -es Iudenthums. Die Gefangennahme der vier Geonim aus Bari, und die Niederlassung zweier derselben in Andalusien. (Fortsetzung und Schluß.) Diese runde Zahl empfiehlt fich nicht blos durch ihre Ausgleichung mit deu Personen und Verhältnissen, sondern auch durch den Umstand, daß die arabischen Schriftsteller von einem Seezuge sprechen, der von Andalusien im Jahre 955 ausgegangen ist, und wobei ausdrücklich eines gekaperten Schiffes Erwähnung geschieht, das von den italienischen Küsten kam. Ferner ist der Admiral Jbn Romahis mit seiner Wirksamkeit gerade zu jener Zeit paffend, denn früher werden vie Admirale Okaili und Said genannt. Auch kann die Angabe, daß das Ereigniß -pao m wo stattgefunden, mit dieser Jahreszahl in Nebereinstimmung gebracht werden, besonders da A. b. D. hinzufügt STip vSQ w p r.ina ‘■j'iDn, was aber nicht möglich wäre, wenn wir weiter zurückgingen und gar auf 942, wo wohl -ptf} ST>Oö sn wo, nicht aber S WO hatte gesagt werden können ■*), denn Scherira blühte als Gaon erst nach 960. Da nun spater als 960 das Erekgniß unmöglich Raum findet, wenn man nicht alte Grade der Wahrscheinlichkeit überspringt, und wenn man die von A. b. D. in den vielen Eigennamen gegebenen unleugbaren Bestimmungen nicht verkennen will, so bleibt uns nur noch die Pflicht, zu untersuchen, wie weit wir vor dieser Jahreszahl zurückgehen dürfen. Begnügen wir uns mit dein, von Abulfeda gegebenen Anhaltepunkte 965, oder gar mit der runden Zahl 950, indem wir die eine einmal unrichtige Leseart y£n mit Verkürzung des senkrechten Striches des *, ohne dem Zeichen Gewalt anzuthun in iiün verwandeln, so entsprechen die meisten Thatsachen und Personen noch ziemlich der Jahreszahl, ja was Rabbi Mose selbst betrifft, wird das Ereigniß zu seinen Gunsten um 10 Jahre zurückgeführt. Der Umstand, daß er viele Schüler um fich sammelte" (Sefer Haccabbala 42, a), setzt eine Wirkungszeit von wenigstens 10 Jahren voraus, er starb aber vor Chisdai und dieser starb, wie aus dem Lebem des Jbn Dscholdschol bei Vaseuni äs 6a^an§os zu schließen ist, um 965. Freilich stimmt dann, wenn man 950 ännimmt, der noch 1050 lebende Kw S nicht mit der Rechnung überein, da er seinem Vater > im hohen Alter geboren sein, oder selbst ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht haben müßte, was beides man nicht verfehlt hatte uns zu' erzählen 1 2). Doch dieses Bedenken ist zu geringfügig, um den gegenüberflehenden bessern Gründen erheblichen Eintrag zu thun, und ich führe es nur als ein Material für künftige Arbeiter im historisch literarischen Weinberge unsres Volkes hier 1) Im Juniheft dieser Zeitschrift S. 233 muß Herr E. im Schreiben mit oder stö'n verwechselt haben, sonst wäre der Satz und der darauffolgende unverständlich.. Ich habe am ersten Juli sein eignes Exemplar in Händen gehabt, worin viele Correcturfehler verbessert waren, der genannte Fehler jedoch nicht. Wenn aber solche Fehler bei unfern Druckwerken vorfallen können, wie erst zu den Zeiten des "n'V’i, wo es nur Abschreiber gab! 2) Daß Ol noch um 1050 blühte und nicht viel früher, könnte man auch durch den Beweis erhärten, d.aß Abulwalid ihn in der Vorrede zum Wörterbuch nicht als Gewährsmann aufführt. Er nennt die fernen Geonim Hai und Sam. b. Chofni und würde den Chanannel, der den so ausführlichen Kommentar zum Pentateuch geschrieben und im nähern Afrika lebte, ficher erwähnt haben.