Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 413 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Construciion der jüdischen Geschichte. 413 stand sind folgende bereits durch Rapoport und Zunz festgestellteThatsachen von Bedeutung. Der mündliche Vortrag hat fast nie und nirgends, es sei denn durch äußeres Mißgeschick und auch dann nur auf kurze Zeit, aufgehört. Die schriftstellerische Thätigkeit im Sammeln des mündlich überlieferten und Schaffen neuen Materials gehörtdem 8.—10. Jahrhundert, also der Zeit an, innerhalb welcher die Umwandlung des jüdischen Geisteslebens stch vorbereitete. Von äußerster Wichtigkeit ist aber hier die Unterscheidung des Schauplatzes für diese Thätigkeit. (Schluß folgt.) Die Eonüruction der jüdischen Geschichte, eine ökijje. Zweiter Artikel. (Schluß.) Wenn Philo schon von den Alten der jüdische Plato genannt wurde, so verdient Moses b. Maimon der jüdische Aristoteles genannt zu werden. Maimuni's sammtliche Geisteswerke verrathen ganz die Ruhe und Klarheit, den systematischen Geist, die Allseitigkeit des Stagiriten. Kein Schüler des Aristo, deren er doch unter allen Völkern, in allen Zonen, unter allen Religionsbekenntnissen hatte, spiegelt den Peripateticismus treuer ab, als Maimuni. Selbst da, wo er selbstständig zu wandeln scheint, oder gar von Aristotels Philosophem abweicht, oder einen Stoff behandelt, der ganz jenseits der aristotelischen Philosophie liegt, läßt sich der Aristoteliker nicht verkennen. Maimuni ist ganz Systematiker; jeder Stoff, den sein Geist beherrscht, wird unter seiner Hand zu einem Organismus. Demselben redenden klaren Geist begegnen wir auf den mannigfachen Gebieten, die er durchwandert, in den Kommentarien, in der Halacha, in der Philosophie. Er findet in jedem Gevankenstoffe die Principien heraus, den Ausgangspunkt, die er als Mittelpunkt hinstellt, um den sich dann die Einzelnheiten logisch gruppiren. Er hat darum für jedes Fach, das er behandelt, eine lichtvolle Jsagoge, eine nnpri, die dem Leser einen Leitfaden an die Hand gibt, ihn sicher in das Unbekannte einzuführen. Treu dem aristotelischen Grundprincipe, ja noch entschiedener als Aristoteles selbst, stellt Maimuni die theoretische Weisheit, das metaphysische Wissenvon Gott, seiner Substanz und seinen Attributen, das Leben nach der Vernunft — 5 --«r« rbv vovv ßio$ — mit einem Worte die Theologie— im philosophischen Sinne — rwri«, als das Höchste, als den Allzweck aller menschlichen Thätigkeit