Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 404 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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404 Buf Geschichte der hebräische» Poesie. bens und Gesetzes durch den „heiligen Kriegs sich gemüht, konnte unter der aufblühenden Herrschaft der Massiven der „große heilige Krieg" des Islam, mit der schärfstenWaffe, der Feder, gehörig geführt werden^). Bis dahin war aber bei den muhammedanifchen Theologen die Lehre vom Gottesworte (Kelam) ununterbrochen ein Gegenstand des Nachdenkens, des öffentlichen Vortrages und Discutirens, — die Serien, welche sich nach der Lehre vom freien Willen oder der göttlichen Vorherbestimmung sondernführemihren Ursprung geschichtlich bis ans Muhammeds Zeitgenossen zurück. — Es darf uns dies um so weniger wundern, als ja eine Anzahl j üd i s ch e r und christlicher Renegaten den muhammedanischen Glauben eben so ausbauen halfen, als die muhammedanische Legende*). 'Roch ehe die griechische Literatur vermittelst syrischer und jüdischer Aerzte, Mönche und Rabbiner den Arabern eigentlich bekannt worden, hatte schon eine bedeutende Fraktion der muhammedanischen Theologen'sich nach rein dogmatischen Principien als Secte abgesondert (um 720). Ich spreche von denMuatageliten (auch der Etymologie nach Sectirer), deren mitunter abstruse Lehren, z. B. die Vergeltung des Schmerzes an den geschlachteten Thieren (!), selbst bei dem Denker R. SaadjaGaon Eingang fanden, und von M a i m o n i d e s scharf gerügt werden*). Kein halbes Jahrhundert verging, und auch im Judenthum bildete sich eine ähnliche Sekte: die Karäer. Was hatten diese neuen Religionspartheien Nöthigeres zu thun, als die Gründe zu ihrem Neubau zu legen, ihre Ansichten positiv und polemisch zu befestigen. Und wirklich fehlt es uns nicht an Nachrichten über religionsphilosophische, großentheils polemische Schriften aus dem 9.'Jahrh. unter Karaiten und Rabbaniten. Schon ums Jahr 800—20 beschäftigte sich Sa hl mit dem Uebersetzen wissenschaftlicher Werke, und Sahl muß eine rabbinische Autorität gewesen sein,da er denBeinamen: Rabbsn el Thaberi, d. h. der Rabbiner aus Thaberistan, führt, und seine Gelehrsamkeit „in jüdischer Wissenschaft" ausdrücklich gerühmt wirdT). 4) „Der große heilige Krieg" heißt bei arabische» Theologen der wissenschaftliche Kampf der Lehre (s. Hammer, Wien. Jahrb. CX., 16); auch der Talmud Synhedriy spricht vom „Krieg der Lehre" mit Hinblick auf den sog. heiligen Krieg. 5) S. meinen Aufsatz darüber in diesen Blattern 1845. Nr. 70. 6) S. Litbl. >1841. S. 332. Geig. Zeitsch. 11, 116. G-ldenthal, zn Thodros Comm. des Jbu Roschd S. XVI. Scheyer, Psychol. des Maimonides S. 24. 7) Wüstenfeld, Gesch. der arab. Aerzte (S. 20), hat seinen mitgetheilten Tert schlecht gelesen und ungenau wiedergegeben, und vr. Carmoly in seiner Gesch. d. jüd. Aerzte schreibt wie gewöhnlich Wüst, ab, wenn er sich auf Oseiba