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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 397

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 397 (sequence 39)
Language
German
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, Allgemeine theologische Bibliographie. 387 Kompert", ein schauerliches Phantafiegemalde, durchbricht die Schranken der Aesthetik: der Vers, will-Farben austragen, das Bild ist ihm fremd, objectiv, wahrend Szantö ganz in seiner Darstellung lebt. Szantö ist Natur und erreicht seiner unbewußt sein Ideal; Kompert künstelt und die Kunst entfernt sich. Szantö beschreibt als Jude, der unter Juden lebt; Kompert als Jude, der mit Vornehücheit auf das von ihm verlassene Judenviertel zurückstehet und sich zuweilen zu jüdischen Zustanden herablaßt, und daher sein Bild, das ihm selbst fremd 'geworden ist, durch Flitterwerk und jüdische Stichwörter auszustaf- 'firen bestrebt ist. — „Gastfreundschaft, nach dem Kidrasch, von Wolf Mayer," eine gemüth- und geistreiche Sage. — „Die israelitische Erziehungsanstalt zu Schwarz-Kostelletz in Böhmen , von I. Wertheimer," ein sehr verdienstlicher Aufsatz, der uns den Vers, als würdigen Menschenfreund zeigt*). — Wir kommen nun zu den poetischen Stücken dieses Jahrbuches. „Gedichte von einem Ungenannten: des Sängers Lied, des Niles Trauerkleid" haben einen hohen dichterischen Werth. Wir waren, wenn der Raum es gestattete, versucht, fie hier wiederzugeben; möge der bescheidene Ungenannte, den diese Proben als wahrhaften Dichter zeigen, es bald über fich gewinnen, den Bitten seiner Freunde nachzugeben und seine Poesien zu veröffentlichen. — „Die Morgenlieder aus dem Semirot Israel von Dr. M. Sachs" gewinnen neuen Reiz durch die meisterhafte Uebertragung. — Unter den „Mittheilungen aus dem Divan des rabbinischen Orients von M. Landau" ist „Abrahams Wunderbaum" eine liebliche Dichtung. — Noch folgen andere kleine-Gedichte, deren manches auch hatte wegbleiben können. — „Anthologie oder Blumenlese aus der Bibel, von Sim. Szantö." In der Vorbemerkung, spricht der Vers, stch über die Weise aus, wie man poetische biblische Stücke zu übersetzen habe; und dürste er hier vielen Widerspruch erfahren. Auch sind die Naturpoefien etwas mehr als ungenall'; das Antike ist verwischt und erhalten wir dessen Verwässerung. Die Herren Szantö, die eine neue Uebersetzung geben wollen, mögen darauf bedacht sein, nicht in den ^Ton der „Kirchenlieder" zu verfallen. Mehr Genauigkeit findet fich in den „Gnomen," wo der Uebers. natürlich mehr dem Texte treu bleiben kann. — Den Beschluß macht eine Anthologie aus dem Buche Ben Hammeleh Wehannasir, von M. Steinschneider," in der fich nach dem vorangeschickten Motto von Rückert Philologie und Poefie verbinden, und die eine in der ihr von der andern auferlegten Fessel die Vergebung für ihre Schuld sucht. Der Uebers. hat diese Schuld zu mindern gewußt, und enthalt diese Anthologie manches Ansprechende. *“ F. Zur Wissenschaft des Iudenthums. Die Gefangennahme der vier Geonim aus Bari, und die Niederlassung zweier derselben in Andalusien. Die Schicksale der vier großen, aus Bari kommendem Gelehrten, welche auf der See in Gefangenschaft fielen und vom feindlichen Admiral als niedrige *) Ueber diese Anstalt wurde auch in dieser Zeitschrift diesen Jahrg. S. 68 berichtet.

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