Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- Seite 391 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeineiheologksche BMiographie. 391 durch ihre Raubsucht jedes menschlichere Gefühl unterdrückt. Unter Ibrahim Pascha, der den Syrern alle Gewehre abnahm, war Sicherheit im Lande und schien damals ein gelegener Zeitpunkt für eine Kolonisation.^ Mit der Vertreibung der Egypter trat dir alte Anarchie wieder ein, und es bedarf Ln der That einer eisernen Herrschaft, um den Syrer, dessen ganzer Reichthum seine Waffe ist und der Alles hingibt, um ein gutes Feuerrohr zu besitzen, im Zaum zu halten. Unter diesen Umständen versiegen den Juden alle Erwerbsmittel und sind sie allein auf das Mitleiden ihrer abendländischen Glaubensgenossen angewiesen, die sie Ln einer solchen trüben Lage, wie durch den Mißwacks, doppelt in Anspruch nehmen müssen,. Mgrmeme theologische MUographie. Anklagen der Juden in Rußland wegen Kindermords, Gebrauchs von Christenblut und Gotteslästerung. Ein Beitr-ag zur Geschichte der Juden in Rußland im letzten Jahrzehend und früherer Zeit. Aus den Criminalacten wortgetreu ausgezogen. Leipzig 1846. Engelmann. S. 126. Durch Wen und auf Wessen Veranlassung diese Anklagen der Oessentlichkekt übergeben wurden, wird nicht angegeben. Nach einer Version soll der Staatsrath Dahl von dem Minister des Innern mit einer Revision derartiger Proteste beauftragt worden fein; in welcher Absicht, wird zwar verschieden gedeutet; doch laßt nach der vorliegendem Schrift sich Voraussagen, daß diese Untersuchungen— so unzeitgemäß jetzt, wo die russischen Juden den Leidenskelch in vollem Maße trinken — ein Resultat, das die harten Maßregeln gegen sie rechtfertige, nicht liefern werden. Das Motto: „viseite justiUam moniti non temnere Divos“ so wie das Urtheil des ReichSratheS dürsten die gehegten Besorgnisse als unbegründet darstellen. Hingegen wirst der hier mitgetheilte Sprnch vieler, sogar höherer Behörden ein eigenthümliches Licht auf die gesunde Urteilskraft und die vorurtheilslose Gerechtigkeit dieser Instanzen, und dürfte das Buch gut die Aufschrift führen: „Anklagen der Behörden in Rußland wegen ihrer Lust, Kindermord n. s. w. bei den Juden zu entdecken." Vielleicht hat auch in der Thai diese Schrift nach dem Motto und dem letzten Urtheile diese Tendenz. Doch wir gehen nun in der Kürze'zu dem Inhalt über. Zu Welisch im Gouvernement Witebsk wurde ein Knabe, drei Jahre vier Monate alt, Sohn des Ehepaares Jemeljaw und Agasta Jwanoff, der am 24. April 1823 vom Hause seiner Eltern weggegangen war, vermißt und am 3. Mai d. J.^ Werst von der Stadt todt im Wald gefunden. Eine Soldatenfrau, Maria Terentjewa, wegen ihres liederlichen Lebenswandels bekannt, sagt durch Zauberei, ei« proph eti sch es Mädchen durch den im Traume erschienenen Erze n g el Micha ei ans, daß die Hebräer sich einer Christenseele bemächtigen werden und dieses werde im^ Hanfe der Hebräerin Mirka geschehen. Mehrere Zeugen werden nach vorgenommener Obduktion durch den Stabsarzt Lewen verhört: und das Obergericht von Wietebsk erkennt, 22. November 1824, gegen den Spruch des Unter-