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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 390

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 390 (sequence 32)
Language
German
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S9G Tagesbegebenheiten. ' > wird selbst der frömmste Jude kaum dem Abgeordneten Dank wissen; da, wie Frankreich, Holland und England zeigen, die Freiheit ein nicht minder gedeihlicherBoden für ein orthodores Judenthum ist, als die in wohlmeinender O Absicht noch langer hingezogme Unterdrückung. — Wenn nun aber Buß in natürlicher Conseguenz seiner in dieser Kammer mehrmals geäußerten Ansichten über Staat und Christenthum gegen die Emancipation der Juden sprach und stimmte,so ist befremdend, daß Welcker nur für sie stimmte, aber nicht sprach. Nach seinen im Staatslericon und sonst niedergelegten Aeußerungen überStaat, Freiheit des Individuums, Anerkennung des Menschenrechts war zu erwarten, daß seinem Munde begeisterte Worte, wie die des für alles Edle erglühendenBaffermannsein es Hacker,Brentano, Rindeschwende rund anderer von der Würde des Menschen durchdrungenen Redner entströmen, und er.mit der lebendigen Kraft innerer Neberzeugung aüf den Kampfplatz für die^Sache des Rechts und der Wahrheit treten werde. * * * Die Roth und Ärmuth in Palästina soll nach Briefen von dort grenzenlos sem. Die anhaltende Trockenheit im v. Jahre und die hierdurch eingetretene Mißernte hat den schrecklichsten Mangel an Lebensmitteln erzeugt, und der Kornwucher wußte noch überdieß den Jammer des Volkes zu seinem Vortheile auszubeuten. Ein glaubwürdiger Reisender, der eben von Jerusalem kam, erzählt, daß die von den Genreinden zu Jerusalem, Tiberias und sonst ergangenen Briefe nur schwach das dortige Elend schildern, und daß in der That Menschen Hungers sterben. Er berichtete zugleich im Allgemeinen über die Lage der Juden in Palästina, vorzüglich in Jerusalem. Die Regierung ist eine ziemlich liberale zu nennen, und abgesehen von manchen Verationen, die mitunter ein Pascha sich erlaubt, ist über Druck von Seiten des Staates nicht zu klagen. Dem Oberrabbiner zu Jerusalem wurde vor einiger Zeit vom Sultan die Auszeichnung zu Theil, dessen Namen/tu seinem Siegel tragen zu dürfen, und also gleichsam vom Sultan ernannt zu sein. Die traurige Lage der Juden ist aber in dem ganzen Zustande des Landes und der Physiognomie, die es angenommen hat, zu finden. Das Land hat keine bebauten Straßen und die Wege sind so unsicher, daß man kaum vor dieThoreder Städte sich wagendarf. Nach Chebron oder gar nachTiberkas von Jerusalem aus zu reisen ist ein gefahrvolles Unternehmen, und täglich hört man von auf dem Wege nach Nablus (Schchem) und Ramla begangenen Dkordthaten. Alls diese Weise liegt natürlich jeder Handel darnieder, und auch der Ackerbau wird nur schlecht betrieben. Ungemein leiden die Juden von dem Haffe der morgenländischen Christen; in die Quartiere, die sie zu Jerusalem besitzen, darf jkein Jude bei Lebensstrafe eintreten. Weniger feindlich sind ihnen die Türken und Araber; doch tvird bei diesen

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