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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 382

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 382 (sequence 24)
Language
German
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Zur Geschichte der Juden in Psle». 382 wiedergibt, so mögen solche Referate' wohl darauf Hinweisen, daß dein Inden noch eine große Ausgabe Vorbehalten sei und er noch eine weltgeschichtliche Bedeutung haben werde:Geschichte selbst aber,der innere Zusammenhang von Ursache und Wirkung, eine nothwendige Aufeinanderfolge und Entwickelung wird nicht geboten, wir erhalten nur einzelne abgerissene Bruchstücke. Eine Geschichte der Juden kann allein aus ihrer Culturgeschichte, aus ihren jemaligen Zuständen und wie sie stch von innen gestalteten, gegeben werden, und liegt gerade hierin ein höchst, wichtiges Moment, daß die Juden in den vorigen Zeiten sich selbst überlassen waren, einen Theil ihres staatlichen Lebens selbst bildeten, von^ ihren eigenen Richtern und nach ihren Gesetzen gerichtet wurden und so von innen sich fort entwickelten. Nicht nur um die Schriftsteller und ' ihre Geistesproducte kennen zu lernen, sondern um in ihr die Geschichteder Juden aufzufinden, muß die Literaturhistorie ausgesucht und fie als die alleinige Quelle für die jüdische Historie angesehen werden; die nichtjüdischen Schriftsteller bleiben nur sekundäre Quellen. Und es tritt noch eine andere Rücksicht hinzu. Die christlichen Schriftsteller früherer Zeit erwähnen nur gelegenheitlich der Juden, was man ihnen nicht verargen kann, da ihre Geschichtöwerke die Thaten und Begebenheiten' ihres Volkes erzählen wollen; sie stehen aber auch den Juden größtentheils zu feindlich gegenüber, als daß von ihnen unparteiische Erzählungen und genaue Berichteder Vorgänge zu erwarten wären.—Es liegt also noch eiy großes Feld zur Bearbeitung der jüdischen Geschichte vor; und gilt dieses noch mehr von der Geschichte der Juden in Polen. Hier stoßen wir nämlich auf ein neues Hinderniß. Erst mit dem 16. Jahrhundert tauchen hier literarische Erscheinungen auf; vor dieserZeitkeinegeistigeLebensregung, wenigstens sind uns weder hervorragende Namen noch Werke erhalten worden. Allerdings eine sehr befremdende Erscheinung, da schon vor jener Zeit viele Juden im Lande waren und stch zahlreiche Judengemeiuden.gebildet hatten. Doch lassen wir eine der ersten Autoritäten sprechen. Herr Dr. Zunz, an den ich mich wendete, ließ mir die folgende höchst be- ' lehrende M ittheilung zukommen, mit der gefälligen Erlaubniß, sie zu veröffentlichen. - „Slavonien, Ungarn, Böhmen, Rußlandssindet man seit dem. zehnten Jahrhundert in jüdischen Schriften genannt: Ungarn bei Chasdai Schafrut, Josippon, Saadia zum Daniel u. A-, und zwar unter der Form bereits bei Jehuda hacohen, Raschi und Jsaac b. Abraham, welches ohne Zweifel dem Targum Ps. 83, 7 seinen Ursprung verdankt. Den gleichen Ursprung hat ias für Slavonien, welches letztere, nächst diesem seinem gewöhnlichen Namen (bei Chasdai, Josippon, Benjamin, Kimchi, Moses de Coucy) auch durch bezeichnet wird, welches ich

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