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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 381

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 381 (sequence 23)
Language
German
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Zur Geschichte der Juden in Polen. 381 Es ist nicht zufällig, daß diesesSystem des Judenthums, das durchaus nicht von fremden Voraussetzungen ausgeht, das, ichmöchtesagen durch und durch nationell ist, nur einen verhältnißmaßig sehr geringen Einfluß auf die jüdische Nachwelt auszuüben vermochte, ungeachtet der hohen Verehrung, die dem dichterischen Philosophen ungeschmälert zu Theil wurde, die sich besonders in der Anspielung ausspricht: « -pts-im eine Anspielung, die sich bis auf den heutigen Tag traditionell erhalten hat. Außer einem nicht sehr bedeutenden Einfluß auf die Ansichten Moses ben Nachmans und einigen Spuren, die man in Sohor finden.will, fand dieses System keinen Widerhall, rief keine Bewegung der Geister hervor. Die national-mystische Auffassung Jehuda ha Levi's konnte in einer Zeit, wo unter Arabern und Juden der aristotelische Rationalismus, die reine Verstandesrichtung, vorherrschend war, keinen günstigen Boden gewinnen. Zuerst mußte sich diese Richtung bis in ihre letzten Consequenzen verlaufen, es mußte sich geschichtlich erweisen, daß die Thatsachen des Judenthums mit den Resultaten des in den Kategorien befangenen endlichen Verstandes incongruent sind. Mit Saadias war erst der Anfang gemacht, der Ausbildner und Vollender war Maimuni. (Schluß folgt.) Kur, Geschichte der Juden in Polen. ' (Schluß.) ' Wir haben bisher die Geschichte der Juden in Polen von der politischen Seite aus nichtjüdischen Quellen kennen gelernt: und muß eine solche Darstellung aus doppelter Hinsicht sehr unvollkommen erscheinen. Einmal, weil hier die eigentliche Aufgabe der Geschichtsschreibung unerfüllt bleibt. Nicht Geschichten, nicht vereinzelte Vorfallenheiten und Begebenheiten, sondern die durch das Leben eines Volkes sich ziehende Thatigkeit, seine Entwickelung, die Richtung, die es genommen und die es nach seinen inneren Anlagen und äußeren Einwirkungen nehmen mußte, die Stellung, die es auf dem Weltschauplatze behauptete, und welches Glied es in dem Organismus der Menschheit bildete, .dieses ist, was die Geschichte wiedergeben, wie sie uns den sich entfaltenden Menschengeist und den über dem All waltenden hohen Geist erkennen lassen soll. Wenn sie von dem Juden nur zu erzählen weiß, welche Bedrückungen, und Mißhandlungen er erlitten, nur ein fortgesetztes trauriges Blld, wie man in ihm das Recht des Menschen mit Füßen getreten,

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