Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- Seite 380 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Die Construction der jüdischen Geschichte. schen Natur theilhaftig werden,. Zweck der Thor a ist, d iese N atur imJudenthum^ zu erhalten und zu fördern- Der Dekalog bildet die Grundtypen und die Kategorien für die übrigen Bestimmungen*). — Diese göttlichen Vorschriften der ächora müssen ohneReflerion und willkürliche Abänderung ausgeführt werden, wenn sie dem Zwecke entsprechen sollen, der kein anderer ist, als prophetische Klarheit des Blickes, die unvermittelte Anschauung der göttlichen Glorie, die Fortdauer der göttlichen Gnadenwaltung in Israel zu erhalten. Wie aber diese göttliche Natur im Einzelnen zum Durchbruch komme, das ist ein mystischer Act. Daher müssen fördernde Bedingungen vorhanden sein. Diese sind, nächst der pünktlichen Beachtung der Vorschriften der Thora, der heilige Boden Palästina' s, Herz und Kern der Erde, und die heilige Sprache, in welcher Gott sich an die Menschen mitgetheilt. — Die Vernunftgesetze des Judenthums—t^ata vi-n—machen also keines Weges das Grundwesen desselben aus, sind vielmehr nuräußerliche Bedingungen, ohne welche die heiligenden und vergöttlichenden Gesetze ohne Wirkung bleiben würden, da ja überhaupt keine Gesellschaft, nicht einmal eine Räuberbande ohne gewisse gesellschaftliche Tugenden bestehen könne. Also nicht die Vernunstgesetze sind degr Judenthume charakteristisch, sondern gerade jene cigenthümlichen, die der Vernunft unzugänglich sind — VKnarvsa twm -nax nvrnn an m^aton teni&ain. In jedem einzelnen Gebote der Thora spiegelt sich aber die göttlicheWeisheit ab, — irmarina pinsi pa tza na üas Damm — und selbst der Opfercultus im Tempel habe gewisse Ideen verstchtbaret. Der Sabbath z. B. bekunde ein thatsächliches Bekenntniß für dieErschaffungderWelt — rpösa nxT.n son iVa« nawn nmaan wna —; die Beschneidung eine Erinnerung, den Geschlechtstrieb zu beherrschen — maisn nixrn aaxaa’iaj^ nftbx nia ^nn^»**).— Nach diesen Principien konnte der ganze Umfang der judenthümlichen Religionsvorschriften als eine folgerichtige Consequenz angesehen werden. Der verheißene Maschiach wird das durch die Uekertretung der Gesetze und das Exil gestörte Verhältniß des jüdischen Volkes zu seinem Gotte wiederherstellen. Das Volk, lebend auf dem heiligen Boden, geleitet von den heiligenden Gesetzen, wird wieder ein heiliges Volk sein, in dem sich die Gottheit abspiegeln und wiederum Propheten begeistern wird. *) nna'ian nnmn hias tn a^iain mw. Aehnlich Philo: ross (Se«ä vo'iovg) itveu — vofiwv räv iv (legst xstpuXaia (de decalogo II. 183 m.) **) Aehnlich Philo: ij itSQizofiTj — av(ißoXov jjSovmv ixzofirjg, (de circumcisione II. 211 m.)