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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 372

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 372 (sequence 14)
Language
German
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372 Die Construction der Mischen Geschichteüber die Bestimmungen des Sabbats wegsetzen, und also mit Feuer umgehen, Landbau betreiben, Lasten tragen, vor Gericht laden, Recht sprechen, Schulden eintreiben und alle Arbeit der Werkeltage zu verrichten uns erlauben! — Man muß vielmehr annehmen, daß die Gesetzesüb ringend em Leibegle ichen, dieJdeen aber der Seele. Und so wie man den Leib als Wohnung der Seele beachten muß, eben so die vorgeschriebenen Gesetze*)." Diese agadisch-philosophische Richtung ist allerdings nichts als ein Ansatz zur Tendenz, die judenthümlicheIdee als begrifflich darzu fiel len, es ist der erste Punkt einer Bewegung, die erst im Verhältniß zu den Zeiten und Raumen, die sie durchlauft, reicher und adäquater wird. Genug, daß in dieser Äeußerung des jüdisch-geschichtlichen Lebens das Streben durchschimmert, indem Aeußern des Religiösen ein Inneres sichtbar zu machen. Man glaube nur nicht, daß diese Thätigkeit etwa nur auf Schulen beschränkt war und nur die gelehrte Welt zu beschäftigen wußte. Rein von manchen Seiten drang die agadische Anschauung mit ihrer Licht- und Schattenseite ins Volk ein. Wenn das Talent ausgeht, kommt die Mittelmäßigkeit mit der Copie an die Reihe. Die agadischen Deutungen wurden Mode und es erzeugte sich eine umfangreiche Midrasch-Literatur, die wir nicht einmal vollständig besitzen. Bis ins neunte und zehnte Jahrhundert reichte die Production der Agada, sie wurde zur Volksbelehrung und Erbauung benutzt, und erlangte dadurch eine Popularität, die jetzt noch nicht erloschen ist. — Eine Seitenlinie dieser Richtung bildet die jüdische Mystik mit ihrem Grundbuche S oha r — einErzeugniß gnostisch-theosophischer Anschauungen, an dem noch andere noch unbekannte Faktoren gearbeitet — die noch ins siebzehnte Jahrhundert die Bewegungen Sabatai Zebi' s mit erzeugen half, einen neuen Aufschwung durchJzchakLuria und seine Schüler nahm und noch in unserer Zeit die Congregationen der CH aß id im beherrscht. — Aber auch von einer dritten Seite brach die Agada ins Volksleben ein. Das poetische Talent bemächtigte sich des agadischen Stoffes und verarbeitete ihn nach dem Kanon des Versbaues zu religiösen Hymnen und Festgebeten. Kalir'sOriginalschöpfsingen weckten den Nacheifer, die Literatur des P iut nahm zu und mit ihr wurden die reifen und unreifen Vorstellungen der Agada in der Synagoge populär. — Des Unreifen und Unadäquaten hatte die agadische Theorie in reicher Fülle, selbst in ihrem begabtesten Würdeträger Philo. *) De migratione Abrahami L. 450. ’MXa XQV zavza [tcv (edßßazov, ioqzai, 7CiQLTo/irj, dyusztia ntqi zo Uqov) Gcofiuzt iontsvcu vo(ii£uv, tyvxjj Siij btüva (votjzk wqdyfutta).

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