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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 371

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 371 (sequence 13)
Language
German
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> Die Conjiructiou der jüdische» Geschlchte- 371 welcher sich Alles in den Vers hineintragen und Alles herausdeuten läßt.. Wiewohl nun ein großer Theil der philonischen Agada sich um den Punkt dreht, fremde Vorftellüngsweisen in der Bibelliteratur wiederzufinden: die pythagoräische Symbolik der Zahl, des Maaßes und der Harmonie, die platonische Jdeenlehre (Logoslehre), die platonische Ethik und Politik mit dem Vier-Tugend-System: so hat er doch auch echt judenthümliche Gedanken im Gegensatz zu der heidnischen Anschauung herausgehoben. Die Einheit Gottes, die Schöpfung aus Nichts, den sittlichen und veredelnden Charakter der jüdischen Gesetze betont Philo mit einem scharfen Accent. Auf Kosten der Cünsequenz lehrt Philo mit begeisterten Worten die Nnveränderlichkeit und Ewigkeit des Judenthums, welches Moment er dann der Wandelbarkeit menschlicher Institutionen entgegenhalt. „Aber die Gesetze Mose's, dauernd, unerschüttert, unantastbar, gleichsam mit dem Jnsiegel der Natur gezeichnet, bleiben fest von dem Tage an, daß ste ausgezeichnet worden, bis jetzt, und wir haben die Zuversicht, daß ste unsterblich bis in die späteste Zukunft bleiben werden, wie die Sonne, derMond, der Himmel und das Weltall. > Denn welche gute und schlimme Schicksale das jüdische Volk auch schon erfahren, so hat es auch nicht das geringste Gebot verändert, sondern die Gesetze, wie gebührlich, als heilig und göttlich verehrt. Weder Hunger, noch Pest, noch Krieg, noch ein Gewalthaber, weder Körpernoch Seelenleiden, überhaupt kein Geschick und Uebel hat je das Gesetz aufzulösen vermocht; wie sollte es nicht heilig und über Alles wünschenswerth bleiben?" (Das Leben Mosis II. 137). — Philo beschäftigt sich schon mit dem Problem, ob die religiösen Thathandlungen des Judenthums noch geübt werden müssen, wenn man deren inner» Sinn, die ideale Bedeutung derselben erfaßt hat, und er spricht sich bejahend darüber aus. „Es giebt Einige, welche, da sie der Meinung find, daß die vorgeschriebenen Gesetze nur Symbole für Ideen sind, (avfißoka vor^wv nQuyftdnov) diese genau beachten, die Handlungen aber leichtsinnig verachlässigen dürfen. Ich aber möchte diese Vernachlässigung tadeln; denn beide müssen sorgfältig beachtet werden, sowohl dK genaue Forschung der verhüllten Wahrheiten, als das untadelhafte sichtbare Behältniß derselben. Als wenn sie auf sich allein angewiesen in einer Wüste lebten oder unkörperliche Geister wären und weder Stadt noch Haus, noch überhaupt eine menschliche Gesellschaft kennten, überschreiten diese das dem Volke Geltende und suchen die nackte Wahrheit an sich. Diese belehrt das heilige Wort: sich wohl eine vortreffliche Ansicht anzueignen, aber auch keine der Gebräuche aufzugeben. Denn nicht dadurch, daß wir wissen, der Sabbat (die Siebenzahl) bedeute das Unerfchaffene, die Werklostgkeit bedeute das Gewordene, dürfen wir Ms

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