Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- Seite 370 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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3M Die C»«str«ctio» -er jüdische» Geschichte Josephvs will einen derartigen Commentar zum Pentateuch geschrieben haben, worin der Ausdruck der Genesis: es ward Abend, es ward Morgen, ein D»g," anstatt: der erste Tag, seine philosophische Erklärung erhalten haben soll. — Aber ihren Höhepunkt erreicht diese agadisch-philosophische Schule in Philo, dem jüdischen Plato, von dessen plastischem Style und poetisch-philosophischem Schwünge schon die Alten gesagt haben: tj OCkwv nXurwvlQti, rj nxdnov qihm't^t. Philo offenbart in seinem Kommentar zum Pentateuch (denn nur als das. sind seine Schriften anzusehen)ganz denagadischenCharacter und nur unter diesem Gesichtspunkte müssen seineDeutungen betrachtet werden, wenn sie ihre rechte Würdigung finden sollen*). Mit der Agada hat Philo auf dem ersten Blick gemeinsam: die Buchstabenallegorie (pp-naia) und die Zahlensymbolik, zwei fruchtbare Methoden, vermittelst *) Zur Characteristik der philonischen Erklärungsweise, daß Ke nämlich eine agadische Färbung hat, möge folgende Vergleichung dienen. E£ 8h qfisQcug di}fiiovQyij(H}vai <pr}Gt zov uoGfiov, — ovx enEiSr] itQogdelzo zov %qqvov (ifaovg 6 tcoicöv — aficc yäg ituvza Sgäv eUog &eov, ov ngoGzazzovta [iovov, «Uoal 8lc£voov[i£vov — aXX’ §7zsiSjj zoTg ysvopevoig *8st zd^scog «. r. X. (de mundi opificio 1.3 m.) Das ungefähr dieselbe Deutung zu sein scheint, wie die agadische: bs*n nnx Rbm bVtfn R223 n-iw^2 '121 btWirt p 5>2öftb Rbä m&nbfib,- wo offenbar in der Zehn zahl eine gewisse Ordnung erblickt wird. — Bekannt ist die agadische Deutung Philo's von bp«, womit Gott bezeichnet wird, die ganz den Mivrasch-Charakter hat:' ccvzog 6 @sog xaXsZzcu z6nogy zö5 ne^Le%eiv (iev zoc oXa iteQiexeG&at 8e itQog (iijSevog änXaig — eycb [iev ov% etfii zonog, aXX’ ev zon<p — zo Ax &etov vn ovdsvog 7te()is%öfievov9 avayxaicog ecziv avzo zonog savzov. (de somniis 1.630. de profagis 557). Dieselbe Vorstellung findet sich in der Agada •ranp» awrw ‘'isa tanpa inis ywpi ha'pn btt) ptt) pfeb NO Ittpb nablS bVtt btt) (Genesis Rabba 65). Noch schlagender erscheint diese Vergleichung Philo's mit der Agada, wenn man erwägt, daß er den Vers bpbb durch vttsvztjgs Xoyco &da> alleg orisir^, indem auch der „Logos". „Ort" genannt wird (ibid.). Dasselbe scheint der agadischen Deutung: Itftöi iiTRb, bp«2, (bph^ 117) zu Grunde zu liegen; denn wstt)—'m »wa Xoyog deZog.— Die Eigenthümlichkeit Philo's, biblische Eigenuamen durch Zurückführen auf ihren etymologischen Grund zu allegorisiren, trifft wiederum mit der Agada zusammen. Z. B. .um einen Namen unter den vielen herauszugreifen, die vom Philo gedeutet werden: bRbäi bedeutet eQiievevezai ovv BeGeXsi^X iv cnia d -Osos, or"« &eov de o Xoyog avxov ioziv. (Legis AUegor. UL 106.) Mau vergleiche dazu die Agada. ttnp tnn '*n rrm» ^bxf'bR tt)^RN vtt)i nibtt) tt)w m. nmp p stt:^ '2 nibtt) b^R2 JTttöSb Witt) Wä-VnöRbtt)1 wate R2n ‘'bä (Midrasch Ruth). —' Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, dürfte die Annahme, daß Philo des Hebräischen durchaus unkundig gewesen, noch nicht so erwiesen sein, so wenig man den Agadisten Kunde des Hebräischen absprechen wird, weil fie sich in zuweilen abeutheuerliche Deutungen eingelassen haben. (Wohl ist aber die Unkunde Philo's von aydexn Gesichtspunkten aus erwiesen. Vgl. unsere Vorstudien S. 48. F.)