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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 369

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 369 (sequence 11)
Language
German
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Die Crnstructio» der jüdischen Geschichte. 369 Ziehung. — Wenn die Targumim, scheinbare Anthropomorphismen in der Schrift auszuglätten, ein -anderes unverfängliches Wort dafür substituiren, so ist dasagadische Thätigkeit, und schließt die Voraussetzung ein, daß den Interpreten und ihrer Zeit bereits die rein geistige Wesenheit Gottes theoretisch aufgegangen war. — Wennbereits in der Wischnah unterschieden wird zwischen rein religiösen Pflichten — mp»l> tnx yae rttwss — und socialen Pflichten — bto ■pa»mv» so ist das wiederum agadische Reflerion. So wird im Anfang diese Periode von rationalen und so zu sagen irrationalenBestimmungen im Judenthume gesprochen, welche letztern der Skepsis als unwesentlich und auffallend erscheinen*). Nicht selten erhebt sich die agadische Reflerion zu dem Standpunkte, daß manche positive» Anordnungen des Judenthums überflüssig und mit andern Bestimmungen desselben unzusammenhängend scheinen**). — Diese Tendenz sich zu den Thatsachen des Judenthums, zu den Worten der S^rist, zu den vorgeschriebenen Handlungen refleriv zu verhalten, bildet: dieerstePhaseder theoretischen Auffassung des Judenthums. Es ist nicht zu leugnen,daß diese Philosoph ischeAgada eben so viel eigner Anregung, als fremdem Impuls zugeschrieben werden muß. Die griechische Metaphysik, besonders der vorherrschende Platonismus aus der benachbarten alerandrinischen Schule, die Polemik gegen das Christenthum, der überall hereinbrechende Gnosticismus, alle diese Momente zusammen haben in der Synagoge den Geist der Betrachtung und der Durchdringung geweckt. — Wenn wir die Nachrichten über die Essäer in Josephus und Philo für historisch halten dürfen — wozu noch viel fehlt —: so möchten diese wohl die ersten gewesen sein, welche Schrift und Gesetz philosophisch — d. h. nach ihrer Art allegorisch, symbolisch, typisch zu erklären versucht und eine höhere Wahrheit darin herausmeditirt haben***)l Jedenfalls ist es sicher, daß vor Philo sich Mehrere mit agadisch-philosophischer Auslegung der Schrift und allegorischer Deutung der Gesetze beschäftigt haben, deren Deutungen Philo im Namen „Einiger" (uvtg q>u<n) oder „frommer Männer" (artiges d-samoi) oft namhaft macht. Der Geschichtschreiber Flavins *) trwto m nivx: npn pia^ wo*! -.rvl-s a^iaa s-n wnan nsansc Man« fnsi nl-rwan mm (Numeri Rabba XIX. 274.) **) pVen rnste niabn mm )nab fnw’ in'M nsn nnswö a^-iai iV>bs fTWi ",na ibaa ■jn Sj» nntan (Leviticon Rab. XXII. 189.) ***) E? &’ ö filv (täv Eeeaicov) rag ßißXovg dvayivmoxci Xaßcöv, IztQog 8s zwv SjjL-nsiQordzajv, 8oa (lij yvwQipcc itUQsl&mv dvaSiSdaxsi. Ta •y&Q ztXslaz a Siä evfißolatv UQ%cuoz(>6nop tfiXcoahi 7ictg avzoig cpi Xoaocpsczai. (Philo, quod omnis probus über II. 438 Longey.)

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