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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-10-01 · 10 (Oktober 1846) · p. Seite 366

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 366 (sequence 8)
Language
German
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-^,-G' 366 E Die Construcilondcr jüdischen Geschlchie. das halbtrennende Meer im Westen: das heilige Land von einer allzu innigen Berührung mit der polytheistischen Welt abzuschneiden, ganz dieselbe Bestimmung haben die Umzäun-ungen des Talmudismus für die Erilszeit. Die lalmudischen Umzäunungen machen in der Welt aus jedem jüdischen Hause ein scharf umgrenztes Palästina, sie isoliren das Judenthum inmitten des lebhaftesten Weltverkehrs, sie ziehen unverrückbare Grenzen zwischen der judenthümlichen Lebensrichtung und der ihr gegenüberstehenden Weltanschauung. Als die Grenzen Palästinas zuerst durchbrochen wurden und Judäa von Norden und Süden, von Syrien und Aegypten her dem Eindrange griechischer Elemente offen stand, stellten die Männer der großen Persammlung den Grundsatz aus: „machet Umzäunungen um das Gesetz." Diese Mahnung wurde immer'mehr und mehr befolgt, je mehr die palästinensischen Grenzen überschritten wurden und die natürlichen Scheidewände fielen. Der Talmudismus ersetzte künstlich das aufgehobene natürliche Jsolirungssystem, und was man auch dagegen Vorbringen mag, ihm allein hat das Judenthum seine Fortdauer zu verdanken., Man könnte darauf die Sentenz anwenden: „der Weise ist mehr, denn der Prophet" — Kiara tj’ns van. Was dem Prophetenthume nur halb gelmigen war, das jüdische Volk von der Natürlichkeit des'Heidenthums fern zu halten und es mit den Säften des Judenthums zu durchtranken, das setzten die talmudischen Weisen mit ihrem Verhütungssystem durch. —Die talmudischen Beschränkungen, der Talmudismus überhaupt — denn selbst die später» Erweiterungen und Erschwerungen sind, wenn auch - nicht nach den Buchstaben des Talmuds, doch in seinem Geiste eingeführt — ist eben nicht als etwas Fremdes, demJudenthume gewaltsam Aufgezwungenes, ist nicht als ein Auswuchs des jüdischen Geschichtslebens, eine Trübung des jüdischen Geistes anzusehen: sondern ist eine folgerichtige Consequenz aus der Prämisse der judenthümlichen Grundidee. Ist das Judenthum ein Protest gegen daS in Polytheismus oder Pantheismus sich ausprägende Naturbewußtsein, bildet es den Gegensatz des freien sittlichen Geistes gegen die unsittliche Gebundenheit der Natürlichkeit: so mußte es in seiner äußeren geschichtlichen Erscheinung desto mehr von dem Gegensätze gesondert werden, je größer der Zusammenhang ward, und je mehr gegenseitige Berührungspunkte die beiden Gegensätze sich zukehrcn. Es ist quch nichts absurder und geschichtswidriger, als eine so tief eingreifende Macht, wie der Talmudismus, aus einem Jrrthum hervorgehen, von'einer schiefen Eregese, von hierarchischen Tendenzen, kurz von einer Zufälligkeit erzeugen zu lassen! So natürlich gleich aus der ersten Anla ge des Christenthums Dogmenstreitigkeitten herzuleiten sind, eben so natürlich ist der Talmudismus ein

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