Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 357 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Necenflonen. 357 21),.(die Ueberschrift zu diesen Gärten war: hic suramnm bonom voluptas est. Cicero de finibus I. 20, II. 25). Nichts scheint uns also natürlicher, als anzunehmen, daß mit dem Ausdrucke „Eingehen ins Paradies", in den Garten, gemeint sei die Beschäftigung mit der griechischen Philosophie, und da sie Lei den damaligen Juden verpönt war, scheint man bildlich und verdeckt angedeutet zu haben, daß mit ihr einige Tanaim sich beschäftigten. Und mit dieser Erklärung stimmt es auch überein, daß Achar stets griechische Gesänge las, und daß griechische Bücher aus seinem Schoße .fielen, wenn er sich erhob. Mit dieser Annahme wird uns nun auch das Folgende, das der Vers, unerklärt ließ, klar werden, nämlich der Ausspruch R. Akibah's. Es war nämlich in den'Schulen bei dem Vortrag über alte Philosopheme so üblich, mit der Lehre des Thales anzufangen, weil er als der erste Philosoph bezeichnet wird. Thales primus qui de talibus rebus quaes^vit, aquam dicit rerum omnium esse initium. Cicer. de nat. deorum I., 10. Thales aber behauptete, daß der Ursprung aller Dinge Wasser find, daß Gott Alles aus Wasser gebildet habe; Gott aber als Geist hat er mit dem Wässer verbunden, aquae enim adjunxit mentera. Das flüssige Wasser ist nämlich der Geist und das lebende Princip. Thales behauptet nun aber ferner, daß auch der Magnetstein beseelt ist und Leben habe, folglich dem Wasser entstanden, und Wasser sei, xo At-Oov, scpiy, tyvxqv £%SLVf Aristot. de anima iibr. L, 2. Wie weit R. Akiba nun bei seinem Eingehen ins Paradies, in die griechische Philosophie, vorgedrungen ist, können wir nicht bestimmen; ficher aber ist, daß er die ersten Lehren, oder die Lehren der ersten Philosophen gehört, gegen die nun sein praktischer Verstand sich auflehnte, und in der Sentenz sich aussprach, die uns im Talmud hier aufbewahrt wurde. „Wenn ihr gelanget zur Stelle, von dem Steine reinen Marmors," oder mit andern Worten, wenn ihr die allerfestesten Erdenstoffe betrachtet, „dann solltet ihr nicht sagen, Wasser Wasser," dann könnt ihr nicht gut sagen, daß sie von dem flüssigen weichen Wasser gebildet find, das wäre eine offenbare Lüge. Die Beweglichkeit des Wassers kann sich unmöglich in dieser ewigen Ruhe versteinern. Es scheint uns somit hier nur von der thaletischen Philosophie die Rede zu sein. Freilich sind wir nun mit dieser unserer Annahme der Ansicht des Verfassers gänzlich entrückt, und wir haben nun darzuthun, daß seine Beweisführung zu Gunsten der Gnosis sich sehr wohl für die griechische Philosophie im Allgemeinen eignet. Abgesehen davon, daß die Gnosis an und für sich keine neuen Elemente in die Wissenschaft gebracht und nur alte Ansichten ausgenommen und verarbeitet, also höchstens " die Modalität der Darstellung, wie in den Aeonen, als ihr Eigenthum betrachten kann, so daß man also Lebensansichten, die man in ihr Nachweisen will, sehr gut in älteren Systemen zeigen kann, sind in der That auch die verschiedenen Richtungen, die der Verf. in. diesen vier Tanaim Nachweisen will, in der griechischen Philosophie überhaupt nachweisbar, und ztvar als tötale Gegensätze. Achar lebte im Epicuräismus, - Ben Soma im Cynismus oder Stoicismus mit seiner Enthaltsamkeit, Ben Asai erstrebte die Erkenntniß im Pythagoraismus und endlich R. Akiba blieb treu seinem väterlichen Glauben und dessen Ansichten. Weichen wir nun aber auch hier von der Ansicht des Verfassers ab, indem wir in Abrede stellen, daß die Beschäftigung mit der Gnosis Seiten der Tanaim aus dieser Stelle erweislich sei, so sind wir doch dem Verf. zu großem Danke verpflichtet für seine geistvolle Durchführung und Nachweisung der verschiedenen Differenzpurüte in der Richtung dieser vier Männer. Er hat dabei eine eb§n