Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 356 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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356 Recensionen. seinem Glaubew; Ben Soma bekannte sich zur Enthaltsamkeit der Enkratiten, und endlich Ben Asai blieb in. ekstatischer Anschauung, den Theorien ergeben, behielt, aber die faktischen Lehren des Judenthums bei. Wahrend daher der Talmud He Bemerkung über Ben Soma macht, daß er, der die Ehe empfohlen hat, schön lehrt, aber selbst nicht halt, denn er blieb ehelos, sagt er von B. Asai, wer ihn im Traume sieht, möge auf Weisheit hoffen; ein Beweis, daß er als Theoretiker als sehr weise galt. Daß Behauptungen dieser Art über die Tanaim, von welchen nur sehr dürftige Notizen, und zwar nur in hyperbolischen Ausdrücken vorhanden sind, nicht mehr als bloße Conjecturen sein können, sieht Jeder von selbst ein; wie sie der Verf. auch nur als solche ausgiebt. Der Scharfsinn des begabten Verfs. hat ihnen aber eine solche Wahrscheinlichkeit zu geben gewußt, daß wir darüber hier einige Bemerkungen zu machen uns schuldig halten, um das Haltbare von dem Unhaltbaren zu unterscheiden, Hamit nicht Alles aus. den Conjecturen zu einer historischen Annahme gelange. Wir setzen die Hauptstelle wörtlich wiedergegeben her, aus welcher der Bf. seine Beweise führt, um sie zu prüfen: „Bier gingen hinein in Pardeß, nämlich Akiba, Ben Asai, Ben Soma und Achar. Da bemerkte ihnen R. Akiba, wenn ihr kommt zu Steinen reinen Marmors, sagt nicht, Waffer, Wasser, denn eK heißt: „„wer Lügen spricht, hat keinen Bestand vor meinen Augen." Ben Asai. schaute uno starb, Ben Soma schaute und ward beschädigt, Achar hieb die Pflanzen nieder, und N. Akiba ging in Frieden hinein und kam in Frieden heraus." Der Verf. behauptet nun, „Pardeß", „Garten", sei nichts Anderes als „die Gnosis." Er bringt.sich Beweise dafür aus Philo, daß die Philosophie mit dem Eden verglichen wird; vgl. legis Allegor. I. 36 f.; allein an einer andern Stelle leg. Alleg: II. 84 f. nennt Philo Even die Freuden der Seele, xciqu avvoovvfiog JLdsfi. Eben so wird die Seele des Menschen der Garten Gottes genannt, es ist also auf solche Vergleichungen nicht viel zu rechnen; dann ist ja auch überhaupt zwischen dem allgemeinen Begriff einer Sophie, die Eden genannt wird, und dem speciellen der Gnosis ein sehr großer Unterschied. Es ist also für uns die Vergleichung der Sophie mit dem Even durchaus kein Beweis für die angebliche Benennung der Gnosis durch Pardeß. Was aber der Verfasser aus Clemens Alexandrinus an führt, dürfte, wenn unter yvoaöis hier speciell die Gnosis und nicht die „Erkenntm'ß" überhaupt gemeint sein soll, was doch sehr zu bezweifeln ist, eher gegen die Annahme des Verf. streiten, da sie beide zusammen und „nebeneinander" erwähnt werden (vgl. pag. 17). Es scheint uns daher eine viel naher liegende Erklärung einleuchtender zu sein. Bekanntlich wurden nämlich alle griechischen Philosophien in Gärten vorgetragen. Das Lycaeum war ein solcher öffentlicher Platz vor den Mauern Athens (Pausan. Attic. 19, 4), in welchem.schon Sokrates lehrte. (Plato Eutyphr. ^g.) Chrysipp, der Stoiker, hielt dort seine Vortrage (Diog. Laert. VII. p. 209) und die peripatetische Schule des Aristoteles wurde von ihren Spaziergängen in demselbek also genannt (Cicer. Academ. 1, 4, 17). Das Crayänum, ein Cypressenhaln, nicht weit von Korinth, war ebenfalls ein Sammelplatz für Philosophen, wenngleich nicht öffentlich Vorträge daselbst gehalten wurden (Eueian. Diogen. et Polydeikos 1). Zeno lehrte in der 8toa poikile, ebenfalls auf einem öffentlichen Platze. Die Akademie, in der Plato lehrte, war ebenfalls ein Hain, von dem nicht weit entfernt ^ftin Lusthaus stand. Die Gärten endlich , in denen Epikur^lehrte, waren^im Alterthunr, als Oerter der Wollust bekannt, und in ihnen wurden die Versammlungen des Epiknräismus gehalten. (8eneea Epist.