Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 353 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Necenfionen. 353 Wött mit „Begrenzung" wahr und treffend *): wir müssen hierbei auf das Buch selbst zurückweisen. Wir hatten freilich gewünscht, daß der Verf. noch andere hierher gehörige Stellen aus dem Talmud angeführt, so besonders die Stelle von den steben Dingen, die geschaffen worden find, ehe die Welt gemacht wurde, von den zehn Kleidern, die fich Gott ankleidet, von der Doppelgestalt (Gvf’vyia) aller geschaffenen Dinge rc. rc., die alle in der Aeonenlehre ihre Lösung finden; allein wie gesagt, das verringert nicht das Verdienst des Verfassers. Auch in dem, was er angeführt, ist deutlich genug erwiesen, daß dem Talmud die Begriffe von den Aeonen, namentlich wie ste in der altern Gnofis Vorkommen, bekannt gewesen find; was doch nur zu beweisen der Verf. fich zur Aufgabe gestellt. Nicht so übereinstimmen können wir aber mit dem Verfasser über dem Begriff des Wetatron als Demiurg. Er leitet nämlich dieses Wort von den griechischen Wörtern [ista &qovos her, und erkennt in diesem Engel den Administrator der Welt, „den valentinischen gottahnlichen Engel"; der diese Welt schuf, Israel in das gelobte Land führte, Mose'n das Gesetz lehrte; „den dem höchsten Gott untergeordneten Demiurg," der fich allein mit den irdischen Dingen befaßt. Was nun die besagte Ableitung betrifft, so hat Frankel schon (Ztschrft. III. Jahrg. 3. Heft p. 113 Not. 1) die Grundlosigkeit und Unrichtigkeit nachgewiesen. Der griechischen Sprache ist das Wort iiezu&Qovios ganz unbekannt, und die Rabbiner werden wohl keine neuen Wörter fich geschaffen habendes ist auch die Schreibart des a mit einem & eine ungewöhnliche. Aber eben so unbegründet scheint uns die Annahme Burtorf's, das Wort von metator herzuleiten; abgesehen davon, daß die Endsylbe gar nicht erklärlich ist, stimmt auch der Begriff nicht mit der hohen Stellung, die diesem Engel eingeraumt wurde. Es scheint uns daher viel eher das Wort von [isza und zvgäwos herzustammen; yv-ia und awna war ein ganz bekanntes Wort ^Aboda Sarah 3, 1. Beresch Rab. 41), und mit [ibtcc verbunden heißt es „Mitherrscher", oder „Nachrichter". In solchem Sinne dachte man natürlich den Metatron allerdings als Leiter der irdischen Angelegenheiten. Er stand unmittelbar unter Gott, um fich bei dem Entwurf der Plane zu betheiligen und die Ausführung zu übernehmen. Allein darum möchten wir doch in Zweifel ziehen, daß er der gnostische Demiurg sei. Die Aehnlichkeit zwischen beiden beruht doch nur auf der hohen Gewalt, die ihm beigelegt wurde, und die ihn Gott gleich machte; dagegen fällt aber auch der Unterschied leicht in die Augen. Der Demiurg ist Gott selbst in einem niedrigen Grade seiner Wesenheit, in dem Momente gedacht, da er fich herablaßt, die irdische Welt zu schaffen*); daß aber der geschaffene Engel Metatron dasselbe sei, ist durchaus nicht erwiesen. Daß ihm solch' hohe Gewalt zugeschrieben wurde, lag nicht gerade im Gnosticismus begründet, sondern in der heidnischen Philosophie überhaupt, die Einfluß auf die Gestnnung der Juden übte. Durch *) Wir würden dabei an öpo§ „die Grenze" erinnern, welches Wort mit einem Digamma ausgesprochen ähnlich toie Georah lautet; denn obgleich das Digamma wie ein w ausgesprochen wurde, hatte doch Gestalt und Name leicht das G'rmel erklärlich gemacht. „anrufen," damit etwas nicht allzu weit seiner innern Kraft folgend fich ausdehne, wird aber als „Grenze setzen" betrachtet. „Er sprach zum Meere: bis dahin komme rc." 1) Irenaeus delectio et eversio falso cognominatae gnoseos lib. 1. cap. 1. Frankel, Zeitschrift III. 27