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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-09-01 · 9 (September 1846) · p. Seite 348

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
9 (September 1846)
Date
1846-09-01
Page
Seite 348 (sequence 30)
Language
German
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348 Zur Wissenschaft des Judenthums. unsere heutigen Zustände hinzustcklen, nicht etwa daß wir bei seinen Ansichten und Auslegungen (sofern sie unserer, fortgeschrittenen Erkenntniß und unseren wahrhaft religiösen Bedürfnissen nicht entsprechen) unbedingt stehen bleiben sollen, rollt uns der Vers, den Vorhang auf, um ittiö in das Wirken der Männer jener, an umfassender Wissenschaftlichkeit zwar armen, — doch an ächter Gottesfurcht, Gewissenhaftigkeit und Charakterfestigkeit reichen Zeit einen Einblick zu gewähren, sondern deshalb, damit wir nicht aus Vorurtheil in eine — für unsere auf ihr Wissen so stolze Zeit desto unverzeihlichere Ignoranz über eine Epoche verfallen, woraus noch Manches zu lernen ist. Und nicht nur Viel des Wiffenswerthen werden wir daraus entnehmen, sondern jene höhere Wahrheit wieder darin bestätigt finden, daß jene beiden Hebel (das particularistische und universalistische Element) zur Fortbewegung des Judenthums unentbehrlich waren und noch find, und daher neben der kosmopolitischen spanisch-arabischen Schule die „mehr" specifisch-jüdische*) französisch-deutsche nothwendig e.inhergehen mußte, wenn nicht eine Verflüchtigung des jüdischen Lehrbegriffs eintreten sollte. — Wahrlich eine Lehre, die namentlich für unsere Zeit nothig wird! Nach dieser Abschweifung kehren wir wieder zu dem Werke selbst zurück. Als „Einleitend" zu der Abhandlung über das französisch-deutsche Mittelalter wird eine Gesammtübersicht der Epochen der jüdischen Literatur gegeben. Im Ganzen find es drei große Abschnitte, welche deren Geschichte theilen. — I. Das Alterthums. — II. Vom Abschlüsse der talmudischen Autoritäten (541 n. Chr.) bis zur Vertreibung dex Juden aus Spanien (1492). — III. Von da bis auf unsere-Zeit. — Diese drei Hauptabschnitte werden nun wieder in Unterabtheilungen zerlegt, so daß die gesammte jüdische Literaturgeschichte in eilf Epochen sich darstellt, deren Anfangs- und Wendepunkte sehr treffend motivirt werden.- Nur ist uns nicht ganz klar, warum der Verf. die Periode des eigentlichen Hebraismus (worin die Abfassung des größten Theils des biblischen Kanons fallt) die er anfänglich (S. 22) mit hereinnahm, dann wieder fallen laßt und die Geschichte erst mit Alexander dem Großen anhebt. Eben so wie die spateren Epochen hatte doch auch die ältere Zeit ihre „eigenthümliche Thätigkeit und Bedeutung," die auf die Nachwelt einwirkte, und — je dunkler sie ist, je mehr leider in neuerer Zeit jüdische Schriftsteller sich scheuen, sie uns aufzuhellen, desto eher hätten wir hier von dem Licht mit Wärme stets verbindenden Kritiker Zunz eine, wenn auch kurze, doch scharf charakteristrende Einschau in die Grundepoche alles jüdischen Schriftthums gewünscht! Iw 3teu GeschichtSabschuitte, der aus den drei Epochen von 1492 bis 1655 (del Medigo's Tod), von 1655 bis 1755 (Mendelssohn's Auftreten) und von 1755 bis heute besteht, nennt der Verf. die mittlere dieser Epochen (1655 bis •*) Anmerk. Herrn Dr. Zunz ist von dem S. 268 des Julihefts bereits erwähnten Kritiker der Vorwurf gemacht worden, daß er die französische und deutsche Richtung eine „specifisch-jüdische" nenne. Im weiteren Sinne würde allerdings dieses Epitheton den beiden von uns oben bezeichneten Richtungen nun in Vereinigung zukommen, da beide zusammengenommen erst das Wesen des Judenthums ausmachen; allein Hr. Dr. Z. wendet auch jenen Ausdruck gar nicht auf die französ.-deutsche Richtung ausschließlich an, sondern will nur sagen, daß die stiefmütterliche Behandlung der französ.-jüd. Literatur in neuerer Zeit „eine Reaktion gegen , das specifisch-jüdische" überhaupt war (Siehe S. 158). Weil die franz.-deutsche Schule 'mehr particularistische Elemente enthielt als die spanische, entfernte man sich gan; von ihr.

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