Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 346 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Zur Wissenschaft -es JudenthumS. Aus England wird daselbst Erzählt, Laß bei der letzten Einweihung der Albert-Dock zu Liverpool, welche bekanntlich unter großen Feierlichkeiten zu Ehren des Prinzen Albert, Gemahls der Königin Victoria, stattfand, mehrere Juden zu dem dem Prinzen gegebenen Banket und Dejeuner eingeladen waren. — Bei einer Prüfung in der London School erhielt ein junges Mädchen B. Abrahams, die diese Schule erst acht Monate besucht, einen Preis (eine silberne Medaille) aus der Arithmetik. Der Lordmayor und vr. Märtiner-lobten sehr die fleißige jüdische Schülerin u. s. w. Zur WiLtentchakt des Zudmthums. Zur Geschichte und Literatur. Von Dr. Zunz. Erster Band. (Fortsetzung vom Juli hefte.) Die zweite Abhandlung „zur Literatur des jüdischen Mittelalters in Frankreich und Deutschland" ist die stärkste des ganzen Werks; sie umfaßt 190 Seiten.— Formell ist diese Abhandlung in sechs Abschnitte getheilt sl. Einleiteudes. II. Gloffatoren (Tosaphisten). III. Eregeten (Commentatoren). IV. Grammatiker (Punctatoren). V. Sittenlehrer. VI. Charakteristik^, allein nach Stoff und Inhalt stellt ffe sich dem Beurtheiler als ein aus zweien Abtheilungen zusammengefügtes Ganzes dar. — Wie es von der Schöpfung des Menschen heißt, daß Gott aus Staub der Erde den Körper erst bildete, dann aber mit Geist ihn beseelte, so gewahren wir auch hier, wie der Verf. den Stoff erst zusammenschichtet, mit fast beispielloser Genauigkeit alle die Männer, deren Namen aus dem jüd. Mittelalter in Frankreich und Deutschland uns geblieben find/ aufzahlt und die Spuren ihrer literarischen Wirksamkeit, wo sie auch nur aufzufindeu waren, angibt (S. 29—122), alsdann aber in diese reich aufgehaufte Materie Tropfen des Geistes hineingießt, die Quintessenz ihrer Sittenlehreu und die Charakteristik jener Zeit darstellend, und so — als genialer Bildner — „Leben dem Leben gibt!"*) — Doch ehe wir Einzelnes in dieser lehrreichen und gediegenen Abhandlung in näheren Augenschein nehmen, mögen einige Worte über den Standpunkt, den *) Wir zollen dem Eifer für Wissenschaft, der den Herrn Referenten belebt und von dem seine ganze Wirksamkeit so edel durchdrungen ist, unsere ganze Anerkennung; glauben jedoch, daß auch im Lobe Maß zu halten sei und die Jdololatrie wissenschaftlicher Männer und Werke, wie sie hier und da sich kund gibt, weder der Literatur nützlich, noch dem Autor angenehm sein kann. Die Alten sagten; "wrt laer» ‘pa'ratt) üWliJrt ro nach einer Apologie wie oben wird man versucht, auszurufeu: tttaattin N2 im Zunz hat nicht nur mit ungeheurem Fleiße viel Material zusammengetragen, sondern ist er wie Rappoport Schöpfer einer neuern Literatur und reißt jede Seite-zur Bewunderung dieses sammelnden Geistes hin; das Bilden lag nicht im, Plan des Werkes, das große Schätze für eine einsichtigere Zeit aufspeichert.