Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 345 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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TagesbegeberchelLen. 345 der Unterzeichnete Präsident, Cassirer und Comitv der Gemeinde „Beth Israel" in der Stadt Sidney in der Colonie Neu-Südwales bringen Ihnen unfern herzlichen Glückwunsch zu der wichtigen Stelle, die Sie auf dem Rabbinerstuhl des britischen Reiches einnehmen. Obschon entfernt von Ihrem unmittelbaren Wirkungskreise und obschon wir nicht unmittelbar Ihre wohlthätigen Unternehmungen für moralische und religiöse Hebung Ihres Volkes genießen können, so wünschen wir, die wir fest an dem Glauben unserer Vater halten, doch mit nicht minderer Innigkeit uns unter Ihre geistliche Leitung zu stellen. — Wir haben mit tiefem Interesse von Ihren unermüdlichen Anstrengungen gelesen, die Sie Allem, was Synagoge, Erziehung und barmherzige Anstalten anbelangt, widmen; und wir haben gefühlt, daß es Ihnen bei Ihrer Ankunft an den Küsten Großbritanniens sehr erfreulich gewesen sein muß, wahrzunehmen, daß unsere Glaubensgenossen nahe der politischen Freiheit sind. Die Einräumung ihrer bürgerlichen Rechte von einer erleuchteten und liberalen Gesetzgebung, verbunden mit einem vorwaltenden Geiste religiöser Duldung wird vorzüglich beitragen, das Judenthum in dem Herzen des aufwachsenden Geschlechts zu befestigen. — Von Ihrer hohen Stellung in Ihrem Vaterlande und dem hervorragenden Talent, das Sie entwickeln, sind wir zu der sichern Hoffnung aufgemuntert, daß Ihre Amtsverwaltung reich an weisen und wohlthätigen Maßregeln für die Erhaltung und Befestigung unseres heiligen Glaubens sein werde. — In diesem entfernten Lande haben wir, obschon nur ein „Ueberbleibsel Israels" gestrebt (und es ist uns zumTheil gelungen), den Grund zu solchen Maßregeln zu legen, die die große Sache, für welche wir eifrigst streben, befördern. Doch der Mangel geistiger Leitung wird sehr gefühlt und verhindert unsere Anstrengungen. Wir werden uns sehr freuen, wenn wir von Ihnen Mittheilungen erhalten; und werden wir unser Mögliches thun, die Vorschriften auszuführen, die Sie uns von Zeit zu Zeit zukommen lassen wollen.— Ihre Ansichten über Erziehung sind ganz die unserigen, und wir vertrauen aufrichtig, daß der Gott Israels Ihnen langes Leben und Gesundheit schenken werde, damit Sie diese erste und vorzüglichste, mit unserm Glauben und Gesetz verbundene Maßregel ausführen. — Zum Schluffe rufen wir die Segnungen der allwissenden Vorsehung auf'Sie herab u. s. w. (Folgen die Unterschriften). — Dr. Adler dankt in einer würdigen Antwort vom 25. Juli und verspricht, nach Kräften auch für diese-entfernte Gemeinde zu wirken.- * ■ * * Das Jewish Chronicle berichtet in derselben Nr., daß zu Coro — spanisch Amerika — eine jüdische Gemeinde sich bildet. Eine Genreinde soll sich schon zu Caraccas gebildet haben. Jene wäre die erste in den spanischen (!) Niederlassungen.