Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 342 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Tagesbegebenheiten. Kanrevals vor einer großen Menschenmenge auf dem Kapitol erbetteln! (vgl. Th. Mannheimer das Ghetto in Rom. Wiener Kalender und Jahrbuch für Israeliten, 5. Jahrg. S. 106 ff.) In früherer Zeit mag Manches besser gewesen sein. Die jüdische Gemeinde zu Rom veranstaltete Feierlichkeiten bei dem Einzuge und der Krönung der deutschest Kaiser, die man als der Aufzeichnung in den Denkwürdigkeiten für würdig befunden hat; sie waren ein Gegenstand der Beachtung (vgl. Pertz Monamenla liistor. German. T. II.); die heutigen Ghettobewohner, wed bemerkt ihr Dasein? Unter dem mindern Drucke hatten die Juden zu Rom ihre Kalo - nymos und Nathan Len Jechiel, der zuerst in den Finsternissen-des Mittelalters den Plan, ein Lerikon zu verfassen, ergriff, in diesem wissenschaftlichen Gedanken auch seine christlichen Zeitgenossen überragte und als einziger Lericögraph seines Jahrhunderts dastehet! Durch die unausgesetzten Neckereien und Demüthigungen scheint das höhere Aufstreben ganz niedergedrückt worden zu sein: das geistige Licht findet in dieser verdumpften Atmosphäre keinen Lebensstoff! — Der neue Papst hat eine Deputation der Judenschaft sehr freundlich ausgenommen; er hat seine wohlthatigen Spendungen auch auf die Armen unter den Juden erstreckt und soll Manchem erlaubt haben, das Ghetto zu verlassen. Ein schöner Anfang, wenn nur die Fortsetzung nicht lange auf sich warten laßt. Nach dem Univers israelite hat das Centraleonsistorium zu Paris sich mit einer Bittschrift für die römischen Juden an den Papst gewendet. ... Wir erhalten folgendes Schreiben aus Prag: „Herr Redacteur! Seit dem Berichte über Synagoge und Schule im vor. Jahrgang bringt Ihre Zeitschrift keineNachricht aus Prag, und fast dürften wir es Ihnen zum Vorwurfe machen, daß Sie mit unseren Zustanden sich gar nicht befassen. Vielleicht sind sie abgeschreckt worden durch manche falsche Berichte und die Art, wie man sie verbreitet, so daß die gefeiertsten Namen verunglimpft werden und das Judenthum, statt durch die neuere Journalistik zu gewinnen, gegen innen und außen verliert. Doch welche Rücksichten auch bei Ihnen obwalten, die OeffentÜchkeit hat ihr Recht; auf diesem Forum soll das Gute verkündet und zur Nachahmung angeeifert werden, und soll das Nichtgute in seiner wahren Gestalt erscheinen. Ich berichte Ihnen nur Facta, die ich Ihnen acten- und offenkundig belegen kann, und diese dürfen Sie nach dem Ihrer Zeitschrift vorangeschickten Programm nicht zurückweisen. — Vorerst von dem freudigen Ereignisse, daß die Judensteuer in Böhmen durch die Gnade unseres Monarchen in sieben mit dem 1. 1847 beginnenden Jahresraten aufgehoben ist; und ist es Jedermann anheimgestellt, sich mit einem Male durch die Entrichtung dessen, was ihm zu leisten obliegt, von dieser