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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-09-01 · 9 (September 1846) · p. Seite 341

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
9 (September 1846)
Date
1846-09-01
Page
Seite 341 (sequence 23)
Language
German
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Tagesbegebenheite». 341 nach ihnen, dem ein religiöses Motiv gerade nicht immer zu Grunde liegt, ihre eigentliche Aufgabe finden. Aus Erleichterungen geht eine innere Befriedigung nicht hervor; in ihnen allein findet sich nicht Stütze und Wärme für den Glauben. Reform ist umbilden und schaffen: schaffen zwar nicht im Sinne von der Zeit nicht zusagenden Erschwerungen, sondern einen neuen Lebenskern Hervorrufen, Begeisterung Und Anhänglichkeit färben Glauben erwecken; dieses mußderLebensäther, dieses der die Versammlung durchdringende und anregende Gedanke sein. Und zu schaffen gibt es auf dem jetzt so brach liegenden, aber nichts desto weniger fruchtbaren Gefilde des Glaubens genug. Schaffen bei dem im Juden trotz aller Abirrungen so tief gewurzelten religiösen Gefühles manches Ersprießliche und Neue Hervorrufen, durch das das alte Treffliche bewahrt und für die Zukunft Gedeihlicheres errichtet werde, dieses ist, was eine Versammlung von Theologen sich vorzusetzen hat, und wodurch für den Glauben mehr als durch Erleichterungen auf dem, oder sogar über das Gebiet des Glaubens hinaus gewonnen wird. Eine nähere Motivirung hofft der llntcrzeichnete im Schoße der stattfindenden Versammlung niederzulegen. Frankel. Tagesbegebenheiten. Auch den Jude» Roms scheint mit dem Regierungsantritt des neuen Papstes Pius IX. eine bessere Zukunft anbreche» zu wollen. Rom bietet seit Jahrhunderten seinen Juden nur Elend und Erniedrigung. Zwar blieben sie von den Schrecknissen des Mittelalters, von den Metzelungen und mordschnaubende» Plünderungen verschont; unter den Augen der über derartige Gewaltthaten ihre Mißbilligung aussprechenden Papste kam es nicht zu diesen Ausbrüche» des blutgierigen Fanatismus. Hingegen blieben die Jude» stets ein Spiel des Spottes und des an ihrer Erniedrigung sich weidenden geistlichen Uebermuthes. Sollten sie doch ein Zeugniß ablegen für die Sünden ihrer Vater und des unschuldig vergossenen Blutes dessen, dessen Statthalter auf Erde» sich die Papste nannten! Das Ghetto zuRom, das in dem niedrigsten, den Ueberschwcmmungen der Tiber zumeist ausgesetzten Theile der Stadt liegt und außerhalb dessen Mauern den Jude» nur Hohn und Erniedrigung erwartet, ist als Sitz des höchsten Elends bekannt. Und um an diesem Orte das Leben fristen zu können, entrichtet die jüdische Gemeinde jährlich 6000 Scudi (8000 Thlr.), und auch die Erlaubniß zu einem solchen Aufenthalte muß sic von Jahr zu Jahr beim Beginn des

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