Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 340 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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340 Einiges über die projectirte Theologen-Versammlung. Ansichten austauschen über daS, was uns Noch thue, woran wir leiden, wie abzuhelfen und zu verbessern sei. Es ist eine Besprechung und nicht eine Synode, eine Besprechung und Erörterung, wie sie unter Männern von Wissenschaft fast in jedemiVebiete stattfindet; legt man ihr Tendenzen unter, verlangt man von ihr einen Umsturz und neuen Aufbau, so liegt das Verfehlte in dem Verlangen, nicht in dem Nichtentsprechen. Dieses zur Orientirung über die Versammlung und zugleich zur Beantwortung der von mancher Seite aufgeworfenen Frage: warum nicht die Gemeinden aufgcfordert wurden, sich durch Abgeordnete aus ihrer Mitte vertreten zu lassen? Die Versammlung will keine Synode bilden. Zu einer solchen zusammenzutrcten hat sie sogar kein Recht, zu ihr dürfte sie nicht die Initiative ergreifen, sondern sie hatte die Aufforderung der Gemeinden abwartcn müssen. Auch müßten, so eine Synode beabsichtigt würde, die Aussprüche als bindend betrachtet werden, welches diese Versammlung weder beansprucht, noch beanspruchen kann; sie hat blos eine Berathung im Geist und im Ernst der Religion zumZiele, eine Besprechung, wie die heiligen Interessen des Glaubens zu wahren und zu fördern seien: das Bedürfniß einer solchen Besprechung ist ein inneres, bedarf nicht erst der Aufforderung von außen und kann auch ihre Befriedigung nicht bis auf eine nach Jahren, vielleicht sogar, sich nie verwirklichende Aufforderung hinausgeschoben werden. Zu dieser schon früher ausgesprochenen Ansicht fügt der Unterzeichnete noch eine andere über Reform, und wie sie aus dem Schooße einer solchen Versammlung hervorgehen soll, hinzu. Reform und Abschassen wird zuweilen als identisch genommen; aber gewiß mit Unrecht. Ob durch Abschaffen allein die Religion gewinne? Dieses kann mit großer Gewißheit verneint werden, so wie überhaupt eine Negation nicht Schöpfung ist. Und wie. falsch ist jener Wahn, daß, wenn man Manches aufgeben werde, man auf der andern Seite dafür gewinne, man durch derartige Unterhandlungen ein Uebereinkommen mit denen, die hinausgetreten, treffen werde. An ein solches Begegnen ist, wenn man auch nur einen oberflächlichen Blick auf die gegenwärtigen Gestaltungen wirft, nicht zu denken; und Reformen in der Absicht, Transaction zu treffen, ist, wenn solche Meinung aufrichtig/Selbsttäuschung, und wenn sie zum Vorwand gebraucht wird, Feigheit und geflissentliche Täuschung. Wohl sollen Reformen als gegründete und ihre Rechtfertigung in sich tragende Modificationen oder als Entfernung des auf Jrrthum und Verkennung Beruhenden nicht ausgeschlossen sein; doch ist durch sie die Aufgabe einer Versammlung nicht nur nicht erschöpft, sondern darf, sie auch diesen Punkt nicht zum Ausgangspunkt nehmen, darf nicht in Erleichterungen und in der Befriedigung des unbegrenzten Verlangens