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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-09-01 · 9 (September 1846) · p. Seite 334

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
9 (September 1846)
Date
1846-09-01
Page
Seite 334 (sequence 16)
Language
German
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Zar Geschichte der Juden l» Polen. Wohlthat angerechnet, daß die Regierung für die Erziehung ihrer Jugend besorgt ist und für sieSchulenanlegt : wir haben erkannt, wie viel Wohltätiges in dieser Vorsorge liege. Und nachdem nun mehr Derartiges angeführt wird, schließt das Circular, da bisher alleWohlthaten fruchtlos waren, so soll noch bis zumJ. 1850 nachgesehen werden: dann aber müssen die Juden in Gilde und Handwerk eingezeichnet sein u. s. w. wie oben. Was soll nun aber geschehen mit den Mittellosen und Gebrechlichen, mit den Bejahrten und von Hülfsquellen Entblößte«, die weder sich in eine Gilde einschreiben lassen noch zu einem Handwerke greifen können? Bedrückung und Verfolgung machen Märtyrer, führen aber nie eine Veränderung der Gesinnung herbei, und selbst wenn es Rußland aus ProselytismuS absehen sollte — ein Zweck, über den die Menschheit, über den die Religion erröthet und der den tiefsten Abscheu in jedem Billigdenkenden, zu welcher Confession er sich bekenne, erweckt — aus diesem Wege wird er nicht erreicht, wird aber wohl nur der Jammer von vielen Tausenden Familien erhöhet werden. „Es wird kommen ein Tag, wo fallen wird das hohe Ilion", riefScipio mit Nachdenken auf den Trümmern Karthago's; und kein Reich stehet so fest, daß ihm nicht eine Erschütterung drohe. Und Rußland, statt zwei Millionen Menschen mit Unterthanentreuean sich zu knüpfen, weiset sie zmück, ziehet es vor, sie in den Staub zu treten? Daß die Juden ihrem Vaterlande treu sind, hat sich vielfach bewährt; bei dem letzten Aufstande im Großherzogthum Posen haben sie selbst darum angehalten, gegen die Aufrührer die Waffen ergreifen zu dürfen: sie sind nun Preußen mitLeib undSeele. Petersburg zeige ihnen Wohlwollen: und sie sind ganz Russen, dem Throne mitLeben und Gut aufs Treueste ergeben. Zweifelt aber Rußland an dieser Wahrheit und erblickt es in seinen Juden nur einen verworfenen nutzlosen Stamm, warum gestattet es ihnen nicht die Auswanderung? Wofür Spanien so viele Verwünschungen trafen, würde auf Rußland Segnungen Herabrufen: in ihrer damaligen Lage muß den russischen Juden selbst dieses Unrecht als Wohlthat erscheinen. Erfüllen diese Betrachtungen das Gemüth mit tiefer Trauer, so glauben wirEines als sicher annehmen zu dürfen: daß die von Oben über die Juden verhängten Leiden nicht Selbstzweck seien, sie nicht aus Lust an Bedrückung bedrückt werden. Aber auf diesem mit allen Gesetzen der Gerechtigkeit und der Menschheit im grellsten Widerspruche stehenden Wege darf ein Staatszweck nicht verfolgt, wird er nie erreicht werde«;. Erlaubniß zur Auswanderung, wenn die Juden ganz nutzlos sind; ihre Vernichtung wird nie gelingen, es wacht ein Gott im Himmel, vor dem der Wille der Erdenherrscher sich beugen muß. Hegt aber die Regierung Hoffnung von der Brauchbarkeit der Juden, so darf sie nicht durch dir

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