Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 324 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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324 Zur Geschichte der Juden ln Polen. seiner Zulassung zu politischen Rechten zu entsprechen, und Antheil an der öffentlichen Erziehung zu nehmen." Diese Worte des Grafen Ostrowski verdienten allenthalben verbreitet zu werden; ste stnd eine Antwort gegen alle Verleumdungen, welche die systematischen Gegner der Juden verbreitet haben. — Kehren wir zu Unserer Geschichte zurück. Die Juden, zurückgestoßen von dem Dtctator und den Ministern, konnten ihre Hoffnung nur auf den Reichstag setzen. Zum Unglücke für Polen war die gesetzgebende Kammer nicht erneuert worden. Das neue Geschlecht mit den Ideen des neunzehnten Jahrhunderts war dort nicht vertreten; und so blieben die Leibeigenender Bürgerstand und die Juden unbeachtet. Hinsichtlich Letzterer wurden schon oben (S. 299) die Worte des Kriegsministers Morawöki angeführt; diese Worte wurden von Niemandem in der Kammer widerlegt. Wir fügen nur noch hinzu, daß der Reichstag durch seinen Beschluß vom 30. Mai, statt auf die Reklamationen der Juden einzugehen, sie die alte Rekrutensteuer zahlen ließ, nur mit dem Unterschiede, daß diese Summe auf das Vierfache erhöhet wurde. Es ist eine große Abgeschmacktheit^ zu behaupten, daß die Religion und die schwache Natur der großen Masse der Juden sie zu schlechten Soldaten machen. Aus ihnen sind seit fünfzig Jahren ausgezeichnete Generäle in den französischen Heeren hervorgegangen und haben eine große Anzahl jüdischer Offiziere und Soldaten würdig in den Reihen aller christlicher Nationen gekämpft; dieses ist die beste Antwort, die sie auf diesen Vorwurf machen können. Was die polnischen Juden an belangt, berufen wir uns auf das Zeugniß Ostrowski's. „Ich muß sowohl den Israeliten, die in die Nationalgarde eingetreten sind, als den nur an der Stadtwache (Garnison) sich Betheiligenden Gerechtigkeit widerfahren lassen. Sie haben durch ihre ganze Dienstzeit eine ordentliche, kluge und besonnene Ausführung gezeigt. Die Gouverneure von Warschau konnten hinsichtlich der Stadtwache ste nicht genug loben wegen ihrer Treue und Geschicklichkeit. Aber was dem Leser überraschender sein wird, der Oberst des Geniewesens, Herr Wilson, hat selbst mir gesagt, daß bei dem Angriff auf die Hauptstadt, den 6. und 7. September, wo er den Raum zwischen Czerniakow und Motokow zu vertheidigcn hatte, er die Tapferkeit armer Juden zu bemerken Gelegenheit hatte. Ich habe mich mit vielen Offizieren und Soldaten besprochen: sie stimmen Alle darin ein, den Nachkommen des tapfern David, Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wie könnte man also bei dem Hinblick auf den Patriotismus der Juden, die seit dem Aufstand unter Kosciusko so viele Opfer gebracht und so großenMuth gezeigt, die heutigen TageS in