Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 8 (August 1846)
- Date
- 1846-08-01
- Page
- Seite 319 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenfionen. 919 nachgewlefen werden, daß auch im Talmud philosophische Untersuchungen Vorkommen, was nachzuweisen nicht schwer fallen dürste, unv es würde sich da, abgesehen davon, daß sie als philosophische Bestrebungen der damaligen Zeit ja von selbst schon unter dem Namen „Gnosis^ subsumkrt werden müsse», mit Bestimmtheit Herausstellen, daß dieselben auch die besonderen charakteristischen Eigenthümlichkeiten der Gnosis an sich tragen, nämlich reproducirte angeschante Wahrheiten, die geistig modificirt, andere Schulen und Religionssystemen aber entnommen find, zu enthalten. Der Vers, aber abstrahirt von dieser allgemeinen Auffassung und Bezeichn nung, wie von dieser modalen Beschaffenheit der Gnosis, und will die Bekanntschaft mit dem Inhalte und dem Gehalte der Lehren, die durch die ganze Gnosis sich hindurchziehen, und in alten gnostischen Systemen, wie modificirt sie auch sein mögen, Vorkommen, im Talmud Nachweisen. Er nimmt einen gemeinsamen, geistigen Gehalt der Gnosis an, und mit Recht, denn auch dem Verfchkedenartien läßt sich ein gemeinsamer Begriff unterlegen und ein verwandtschaftlicher Charakter abgewinnen, betrachtet ihn als nicht auf jüdischem Standpunkt entsprungen, und weist dann nach, wie er in den Jheenkrets des Talmuds hineingedrungen, oft aber von dem orthodoxen aphilosophischen Judaismus zurückgewiesen wurde. Die Aufgabe, die der Verf. sich gestellt, ist dadurch eine weit schwierigere geworden, und hat eigentlich eine zwiefache Richtung: Die gemeinsamen Elemente der verschiedenen gnostischen Systeme nachzuweisen, und dann ihr Vorhandensein im Talmud zu constatiren. G Das Erste zu thun, nämlich die allgemeinen Behauptungen der Gnosis anzugeben, ^hat aber der Verfasser unterlassen, und wir sind auch andererseits darüber nichts belehrt, was von der Gnosis Alles im Talmud vorkommt, und was nicht in demselben beachtet wurde. Doch haben wir keinen Grund, darüber mit dem Verfasser zu rechten. Er hat seine Aufgabe nach beiden Seiten beschränkt; und wahrlich unbillig wäre es, ihn darüber zu tadeln, daß er nicht mehr geleistet, da wir ihm zu Dank verpflichtet sind für das, was er geleistet. Är bemüht sich nämlich nur nachzuweisen, daß manche der allgemeinen gnostischen Ideen im Talmud Vorkommen, bald anerkannt, bald bestritten wurden, um damit darzuthun, daß der Gnosticismus deu Tanaiten nicht fremd war. In der Einleitung versucht er nun im Allgemeinen darzuthun die „Möglichkeit des Eindringens und Einflusses gnostischer Lehren in den abgeschlossenen jüdischen Jdeenkreis;" und erweist dies vorzugsweise daraus, „daß die Tanaiten in den ersten Jahrhunderten keinesweges den Umgang der Christen gemieden, vielmehr nicht selten zu ihnenin freundschaftlichen Beziehungen gestanden;" dadurch mußten sie aber um so leichter einen.Einblick in die bei den Christen circulirenden Bücher bekommen. Wir wollen diesen Beweis darum keiner weitern Prüfung unterwerfen, weil die Richtigkeit des zu Erweisenden, wie der Verfasser auch an einer andern Stelle (p. 27) es angiebt, von selbst einleuchtek Die Welt war zu keiner Zeit abgeschlossen; die Gnosis trieb gerade in denjenlgen Gegenden, wo die Juden am zahlreichsten wohnten, die meisten Blüthen; ein großer Theil der Resultate war in syrischer und chaldäischer, einer den Juden leicht zugänglichen Sprache niedergelegt und ausgedrückt; da konnte es natürlich nicht fehlen, daß die Juden Kenntniß von gnostischen Schriften nahmen, und es ist mehr wohl als die bloße Möglichkeit einer Bekanntschaft erwiesen. Bestreiten jedoch möchten wir, daß unter tWEh ‘v-iöö*) speciell gnosti- *) ‘vtsö 6on ütojö.