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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-08-01 · 8 (August 1846) · p. Seite 306

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
8 (August 1846)
Date
1846-08-01
Page
Seite 306 (sequence 28)
Language
German
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306 Allgemeine theologische Bibliographie auch bei Lesung mehrerer Psalmen des vorliegenden im Allgemeinen lobenswerten Buches bestätigt gefunden. Die Psalmen 29, 120—134 sowie 137, in denen dev Vers. den Reim und das bestimmte Metrum aufgebend, sich mehr dem freiern Parallelismus nähert, sind ungleich besser gelungen und erreichen an Frische weit mehr das Originals als die meisten übrigen, die an den oben beregten Mangeln leiden. Wir wollen nur Einiges als Beleg anführen, was uns hiev und da in die Augen fiel. Pf. 15, 4 heißt es: „Wer den Verworfenen zurücke setzt. Und hoch die Freunde des Jehova schätzt, Dem Bösen schwört und nicht vom Eid sich wendet, Wer nicht Unrechten Wucher treibt mkt Geld u. s. w." Statt „Verworfenen" müßte es ohne Zweifel: Verwerflichen heißen; aber was heißt: „dem Bösen schwören?" Etwa sich dem Teufel ergeben? — Warum nicht: „zu seinem Schaden schwört?" — Was heißt ferner „Unrechter Wucher?" Die Bibel kennt keinen rechten Wucher, keine landesüblichen Zinsen. Solche Flickwörter thun dem Verstaudniß Eintrag. In Ps. 45 scheint uns der Uebers. das Original nicht recht aufgefaßt zu haben. Es heißt V. 1: „Mir schlagt mein Herz voll süßer Lieder Klang, Es sei dem Könige geweiht mein Sang, Die Zung' ein Griffel in des Meisters- Hand." Im Texte aber drückt dieser Vers Grund und Folge aus: Da mein Herz vom Glückwunsch (212 -12^) wallet, ich mein Lied dem Könige weihe, so gleicht meine Zunge dem Griffel eines geübten Schreibers; d. h. es kann mir nicht an Stoff fehlen, well es gilt den König zu besingen. Nach der Uebersetznug wäre es ein Selbstlob des Dichters. Daselbst V. 3. „Vor allen Menschensöhnen bist du schön, Um deine Lippen schwebt der Anmuth Wehn;' Darum ist Gott dir segnend zugewandt." giebt keinen rechten Sinn. Nicht zu gedenken, daß der Ausdruck „das Wehen schwebt kaum paffend ist, müßte hier '*p „weil" übersetzt werden, wenn der Vers einen Sinn haben soll. — Ps. 50, V. 17, 18. „So du doch meiner Züchtigung dich straubst Und meine Worte hinter dich vertreibst? - Siehst einen Dieb du, grüßest du ihn fein. Und machst mit Ehebrechern dich gemein." sind gewiß sehr gezwungen und vulgär; außerdem, aber heißt —vs nicht: Du machst dich gemein, gehest mit ihnen um; sondern: Du gehörst zu ihnen, bist selbst ein Ehebrecher. Daselbst V. 20: „Lockst ins Verderben deiner Mutter Sohn" ist nichts weniger als tertgetreu, wo es heißt ^nn. Doch ist es keineswegs unsere Absicht, dieses Werk zu tadeln, noch verkennen wir, daß selbst unter den gereimten Uebersetzungen viele, wie z. B. Psalmen 18, 139 u. A. sehr gelungen sind, und daß dieses Buch im Ganzen eine dankes- und schatzenswerthe Gabe ist, die eine nützliche und erbauende Lectüre gewahrt. 35.

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