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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-08-01 · 8 (August 1846) · p. Seite 299

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
8 (August 1846)
Date
1846-08-01
Page
Seite 299 (sequence 21)
Language
German
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Zur Geschichte der Juden in Polen. 299 lichten Briefen behauptet, daß sie nentral waren. Cie hatten dieUeberzeugung, daß die Jnsurrection unterliegen würde: und so hielten sie sich fern, da sie nur zu oft die Opfer Jener, die unterlagen und die siegten, waten. Lublin zeigt in dieser Hinsicht ein sonderbares Beispiel. Die Stadt befand sich bald in den Händen der Polen, bald in den Händen der Russen. Jedesmal, daß ein neues Corps in die Stadt rückte, fand eine Bastonnade auf dem öffentlichen Platze statt. Die Polen ließen die Juden prügeln, weitste sie in Verdacht hatten, daß sie es mit den Russen halten, die Russen gaben den Juden die Knute, weil sie dachten, sie unterstützen die polnische Jnsurrection. Weder der Diktator, Generäl Chlopicki, noch die ihn ersetzende Regierung der Fünf, noch der General Krukowiecki, welcher Warschau den Russen übergab, verstanden den Vortheil, den man von den Juden ziehen konnte, indem man ihre Ketten zerbrach und ihnen eine bessere Zukunft verhieß. Der Reichstag, zusammengesetzt aus Edelleuten, hat Nichts für die Leibeigenen, Nichts für die Bürgerschaft, Nichts für die Juden gethan. In seinem Manifest zählte der Reichstag die Beschwerden der Nation auf; aber keine Erwähnung der Mißbräuche und der Verfolgungen gegen die Juden! — Als einige Juden baten, daß ihre Ausschließung von der Armee aufhöre und Andere Freiwilligencorps errichteten, sprach der Kriegsminister Morawski folgende für immer bedeutungsvolle Worte: „Laßt uns nicht zugeben, daß Judenblut sich mit dem edlen Blut der Polen vermische! Was wird Europa sagen, wenn, um unsere Unabhängigkeit wieder zu erlangen, wir der Arme der Juden nicht entbehren konnten?" Aber Europa und die Geschichte sagen, daß die Wünsche eines großen Volkes, welches die Waffen im Namen der Freiheit ergriffen hatte, durch kurzsichtige Menschen verrathen wurde, durch Herz- und talentlose Minister, durch Fanatiker, welche die einfache Wahrheit nicht begriffen, daß eine Nation nicht ein Dasein verdient, wenn sie nicht versteht, allen ihren Kindern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, daß eine Jnsurrection, die nicht alle Kräfte und alle Hülfsmittel, über die das Land gebietet, benutzt, dem Untergange geweiht ist. Die Juden waren gleichgültig; aber wer mit gesundem Verstände urtheilt, wird die Männer, die an der Spitze der Angelegenheiten standen, dafür verantwortlich machen. Sie haben eine Aufgabe übernommen, die über ihre Kräfte ging, sie haben auf Polen jene Reihe von Unglücksfällen herbeigezogen, die heute diese tapfere und unglückliche Nation niederdrückt. Npr Fanatiker und Unwissende können die Juden beschuldigen, den Russen im letzten Kriege geholfen zu haben. Die Juden sind zu scharfsinnig, um nicht auf gleiche Weise die Anarchie des Adels und den 23"

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