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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-08-01 · 8 (August 1846) · p. Seite 300

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
8 (August 1846)
Date
1846-08-01
Page
Seite 300 (sequence 22)
Language
German
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300 Zur Geschichte der Juden in Polen. autokratischen Despotismus zu-fürchten. Den systematischen Verleumdern und den unwissenden Pamphletschreibern, die das ganze jüdische Volk der Spionerie beschuldigen, muß man doch wohl nicht Glauben schenken. Um übrigens diese Beschuldigung gänzlich zu vernichten, rufen wir das Zeugniß des Grafen Ostrowski, Obergenerals der Warschauer Nationalgarde, zurück, den man als Mitglied des Senats und als einen der eifrigsten Katholiken nicht der Parteilichkeit anklagen wird. Folgenden Brief hat Ostrowski an Czynski, der mit einigen Freunden ein Comite zur Beschleunigung der Emancipation der Juden bilden wollte, gerichtet. „Wenn es je eine großartige und edle Idee gibt, so ist es gewiß die, die Siy, meine Mitbürger! dem Wohle Ihres Vaterlandes sich hingebend, erfaßt haben. Sie wollen unter den Hebräern und unter den Christen Licht verbreiten, Eie wollen die Vorurtheile ausrotten, welche dje Erstereu gegen die Gesellschaft, in deren Schoß sie leben, hegen, und den Zweiteren zeigen, daß diese Antipathie ihrem Mangel an Nächstenliebe, dieser ersten christlichen Tugend, dieser Grundlage aller moralischen und politischen Tugend, zuzuschreiben sei. Sie wollen zu gleicher Zeit zeigen/daß, indem wir dieser so zahlreichen Klasse eine glückliche und friedliche Existenz mißgönnten, wir sie uns abgeneigt gemacht haben. Wenn von der einen Sekte Ungerechtigkeit und Absolutismus, wie sollte auf der andern die Reaction ausbleiben? Dieses ist eine Regel, deren Folgen Polen erkennen sollte. Jene also, die die Ursachen darlegen, durch welche das jüdische Volk in Polen eine Art Staat im Staate bildete und die Sache unseres Vaterlandes nicht stets als die seinige angesehen hat, werden der Humanität und der Philosophie, und was am wichtigsten, unserm Vaterlande, einen großenDienst leisten. Dieser Dienst wird vorzüglich wirksam sein, wenn man die Mittel mittheilt, einem solchen Ucbel abzuhelfen, da man hierdurch der Nationalsache mehr als zwei Millionen mit großer Capacität begabter Parteigänger verschaffen wird. Ich begreife leicht, daß die erleuchteten Franzosen eifrig einen Verein zu unterstützen suchen, der sich ein so edles Ziel setzt." (Der General zollt hier dem ersten Gründer dieser Gesellschaft seine Anerkennung, er drückt sein Bedauern aus, daß er an das dirigirende Comite sich nicht anschließen kann, nimmt aber den Titel eines Ehrenmitgliedes an.) „Indessen erkläre ich, daß ich nicht unthätig sein werde; ich selbst werde bald dem Comite eine auf diesen Gegenstand bezügliche Denkschrift übersenden; ich werde eine Mittheilung machen über den Erfolg meiner Bemühungen, als ich in der Stadt Tomaszow eine Jndustrialcolonie bildete, wo ich bei den reichen Juden viel Geschäftsgeschicklichkeit (sgvoir-ksire), vereinigt mit Rechtschaffenheit, und

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