Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 7 (Juli 1846)
- Date
- 1846-07-01
- Page
- Seite 278 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Necensionen. seuschastlichkeit, und sein Urtheil: „Charist taugt wohl zum Übersetzer von poetischen, sprachlichen (rhetorischen?) und Erzählungs-Schriften (yitt£?ri insv fifWi W]Ä4); denn diese sind seine Arbeit und sein Gewerbe; aber er vermaß sich, ein tief wissenschaftliches Werk zu übersetzen u. s. w." — muß als gerechtes angesehen werden, weil sich Charifl's Uebersetzungsweise auch in der Einleitung zum Mischnacomm. (s. Geiger a. a. O.) beurtheilen laßt. Man kann ja ein guter Dichter und — nicht obschon, sondern weil — ein schlichter Uebersetzer, besonders wissenschaftlicher Sachen, sein, sowie man ein passabler Dichter und ein unwissenschaftlicher Literarhistoriker und umgekehrt sein kann! Uebrigens hatte Herr Kämpf nur Nachlesen sollen, wie anders Palquera von Zbn Tibbon spricht (Moreh ha-morety S. 148. 158), und er würde nicht von einer „Nemesis" gesprochen haben, und hätte Herr Kämpf Palquera's Verbefferuügen selber durchgelesen, oder auch nur Geiger's Urtheil (Ztschr. IV. S. 417) beachtet, so würde er nicht über Dukes hinausgegangen sein. — Gelegentlich bemerke ich noch, daß Ibn Tibbon'S Cktate aus dem Jnhaltsverz. zumMoreh von Charisi wohl zu Cap. 6, 14., nicht aber zu Cap. 7. ("iVO unserer Ausgaben paffen. Ich schließe mit einigen kurzgefaßten Bemerkungen über Charisi, der noch immer eines gründlichen Biographen harrt. Mögen diese Zeilen zugleich als Ergänzung der von einem andern Recensenten gelieferten Beurtheilung des Kämf'scheu „Tachkemoni" dienen. — Auf einen unbegründeten Zweifel Kamps's (s. oben Aumerk.l.) baut Jellinek (Ltbl. 1845. S. 157) die Hypothese, daß der Name Charisi aus einem Schreibfehler gesioffen sei! Herr Jellinek, der Onomatolog, hatte aber bedenken sollen, daß Charist selbst bereits eines Abraham Charisi erwähnt (Kampf S.2. s. Wolf, Bibl.III. p. 431 und DukeS, Ehrens. . S. 25), besonders aber, wie schon jener Recensent bemerkt, daß Samuel Ibn Tibbon, Alfual, Meir Zarfati (Kämpf S. 5) unfern Jehuda auch kurzweg al Charisi nennen! — Das Witzige ist nicht immer das Kritische. — Hingegen möchte die Quelle für den Namen al Chofni zu suchen sein. Die Untersuchung Kampf's über die Anordnung des Tachkemoni verdient Beachtung und führt vielleicht noch zu dem Resultate, daß auch der Tachkemoni, wie die Makamen des Immanuel (Ltbl. 1843. S. 35), altere Stücke aus den verschiedensten Perioden enthalte; und^nicht aus einem Gusse gedichtet sei, wie Immanuel glaubt25). Es ist dieser Umstand von Wichtigkeit, da der Tachkemoni als historische und literarhistorische Quelle dient. Ein Beispiel habe ich bei der Notiz über Josef Ben Aknin (Ztschr. S. 117) gegeben. Die 50. Makama enthält gewiß Gedichte aus den verschiedensten Zeiten, z. B. über den Tod Maimouides' und R. Josef Ben Schuschan's Anno 1204—5 (s. Ker. Chem. VH. S. 250). Mit den Zahlen des Tachkemoni hat's überhaupt seine Schwierigkeit, und wir müssen bedauern, daß Zunzen's in einem Briefe hingeworfene, kaum verständliche Conjectur so ohne Weiteres abgedruckt wurde (Kampf S. 179)! Auch Charisi's Angabe über Ibn Gabirol enthalt nothwendig einen Fehler (s. Delitzsch, Catal. p. 286), worüber anderFwo mehr. — Zur Geschichte der 24) Hieraus hat wobl Carmoly.(s. Kampf S. 5 Anmerk. 2.) eine „Einleitung in die heilige Sprache" (!) gemacht. 25) So erklärt sich leichter, warum die Handschriften mehrere Stücke enthalten, die im Druck fehlen; z. B. die bei Dukes, Ltbl. 1845. Nr. 39- S. 616.