Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 7 (Juli 1846)
- Date
- 1846-07-01
- Page
- Seite 270 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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27fl Zur Wissenschaft des Judenthums. „mit alten CLtateu sich begnügend, die seit hundert Jahren neu durchgearbeitete jüdische Wissenschaft nicht an den Quellen schöpften." Als Gegensatz zu den Klagen des Hrn. Verfaffer's über das Jgnoriren der jüdischen Literatur wollen wir hier eine soeben uns zugekommene interessante lateinische Schrift des Herrn Dr. theol. F. Böttcher in Dresden de inferis, vol. 1. Hebraica complectens (welche wohl noch in dieser Zeitschrift eine Benrtheilung finden wird) nicht unerwähnt lassen, bemerkend, daß darin auch die neuere jüdische Literatur durchgängig benutzt, die vorzüglichsten jüdischen Schriftsteller der Neuzeit namentlich angeführt und ihre Forschungen in Beziehung auf jüdisches Allterthum berücksichtigt sind. — Möchten Andere hierin nachahmen, dann würde auch bei gebildeten christlichen Laien die Unkunde über jüdische Zustande und jüdische Wissenschaft nach und nach schwinden, dann wird auch die Zeit kommen, wo (wie Hr. vr. Zunz am Schlüsse dieser ersten Abhandlung sagt) „man in der jüdischen Literatur eine organische geistige Tätigkeit erkennen und ehren wird, die den Weltrichtungen folgend auch dem Gesammtintereffe dient, die vorzugsweise sittlich und ernst auch durch ihr Ringen Theilnahme einflößt"; eine Zeit, wo „aus dem Born der Wissenschaft Humanität sich untex das Volk ergießen wird, Verständigung und Eintracht bereitend." vr. B. Beer. (Fortsetzung folgt.) Einleitungsschriften in den Talmud. I. S'tn WNA V->LSS1 nisiap nw bVia trabm •robb ‘■vrabfi ws stma nahm ‘jfi wrabrn jrtpn wn 'nan rfobm twi nania Lemberg bei Saul Meyerhoffer. 4. 28 kvl. Der Talmud! welch ein mächtiges Stichwort, welch ein Schwarm von Mißverständnissen umsummen dieses Wort! Kaum gibt es in der Geschichte ein ähnliches Schriftwerk, dessen Geschick — dem Bücher so gut wie Menschen unterworfen sind — so wechselvoll wäre — von der Apotheose bis zur Verdammniß zum Scheiterhaufen. Wie unsicher ist noch jetzt das Urtheil über den Talmud! Die Einen scheuen ihn wie das munificirte Mittelalter, dessen finstere Schatten das Helle Sonnenlicht der modernen Civilisation nur verdunkeln, bekreuzigen sich davor wie vor einem mitternächtig schauerlichen Gespenst; und die Andern vergöttern jeden Buchstaben dieses bändereichen Buches/ betrachten es als den unmittelbare» Ausfluß göttlicher Weisheit, als die ewige Quelle alles Wissens und aller Wissenschaft.— Allein wäre der Talmud auch nicht das goldene Büch göttlicher Mysterien, wäre er auch nur das Medium, wodurch die das menschliche Auge zu sehr blendenden Strahlen der sinaitischen Gesetzgebung, getrübt zwar und gebrochen, doch auch gemildert und beschattet, hindurchgegangen sind, wäre er auch nur der Spiegel von sechs Jahrhunderten der jüdischen Geschichte : so verdiente er auch die ganze Aufmerksamkeit wissenschaftlicher Untersuchungen, so