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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-07-01 · 7 (Juli 1846) · p. Seite 266

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
7 (Juli 1846)
Date
1846-07-01
Page
Seite 266 (sequence 28)
Language
German
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266 Zur Wissenschaft des JudenthumS. Das Werk zerfällt in sechs Abhandlungen. — Die erste, betitelt „die jüdische Literatur", gewissermaßen Einleitung des Ganzem enthalt auf nur 21 Seiten eine mit innerer Lebenswarme und hohem Geistesschwunge abgefaßte Skizze über Eristenz, Schicksale und Umfang dieser Literatur. — Die Berechtigung der Eristenz einer besonder» jüdischen Literatur findet der Verfasser in der „von der Weltgeschichte anerkannten" historischen Besonderheit der Juden, „nach Volksthum und Bekenntniß ein Ganzes bildend." Daß hier der Ausdruck „Volksthum" nicht etwa auf eine noch fortgesetzte Volksabsonderung im gewöhnlichen politischen Sinne sich beziehe, sondern hierunter eine in sich abgerundete,' nach gewissen Richtungen hin eigenthümliche geistige Anschauungsweise verstanden werde, verstehet sich in diesem Zusammenhänge von selbst und ergibt sich noch deutlicher aus folgender trefflichen Stelle (S. 2): „Ist die Totalität der geistigen Betriebsamkeit ein Meer, so ist einer von den Strömen, welche jenem das Wasser zuführen, eben die jüdische Literatur; auch in ihr wird das Edelste sichtbar werden, das die Seelen erfüllt Hab und wonach sie gerungen: auch sie zeigt die mannichfachen Thaten des erkennenden Geistes." — Weil nun eben der „erkennende Geist" schon an sich Berechtigung zur Existenz hat, so folgert der Verfasser daraus, daß alle diejenigen Beziehungen zur" jüdischen Literatur, welche nicht mit dieser Prämisse übereinstimmen, unwahr seien. Dieß sei insbesondere der Fall, 1) wenn man das Gebiet der jüdischen Literatur nur einer einzigen (theologischen) Geistesrichtung zuweise; 2) wenn man auf diesem unerkannten Gebiete nach etwas fertigem, dessen man bedarf, herumsuche (d. h. nur aus spateren Citatensammlungen u. dgl. dürftig schöpfe) und 3) wenn man das ganze Gebiet absichtlich (aus Dünkel, Lieblosigkeit oder Furcht) meide. — Was nun die erste Kategorie betrifft, so kommt es allerdings darauf an, wie eng oder wie weit man den Begriff „theologisch" spannt, um die ganze jüdische Literatur darunter subsumiren zu können, welches wir weiter noch besprechen werden; die dritte Kategorie würde aber wohl eher eine förmliche Negation der ganzen jüdischen Literatur zu nennen sein, als daß sie unter den Beziehungen zu denselben aufgezahlt werden könnte. Das Mißgeschick der jüdischen Literatur begründet der gelehrte Herr Vers, eben in ihren Schicksalen, die seit den Zeiten Alexander des Großen bis auf unsere 2^ge hier mit Meisterzügen uns gedrängt dargestellt werden. Den In- , den, kaum waren sie in eine Bildungsstadie eingegangen, erwuchsen alsobalv Widersacher: Griechen^ — das Christenthum. Von Letzterem heißt es S. L. „Starkerals Heidenthum und Rom hatten die Fortschritte der christlichen Lehre, die, aus,Jerusalem hervorgegangen, dem Judenthum sein Dasein streitig machte, gerade weil ihre ersten Vertreter hellenischredende Juden waren, eine Kluft zwischen griechischer und hebräischer Weisheit gebildet: die Juden zogen sich hinter das Palladium der heiligen Sprache zurück, die Griechen und Römern eine barbarische war. Allmalig erbleichten die alten Götter, und das zur Herrschaft emporgestiegene Christenthum wollte den Juden die letzten Ueberreste einer eignen Existenz nehmen: es zerstörte ihre Akademien und ihr Patriarchat noch früher wie ihr Bürgerthum." — Bei den persischen Juden war keine Gemeinschaft mehr mit der griechischen Literatur und im byzantinischen Reiche fehlte es an hellenischem Geiste. Doch Muhammed erschien; die arabische Sprache ward nun die Vermittlerin zwischen der jüdischen und einer Weltliteratur. — Im christlichen Occident gab es hingegen in Sprache und Nationalität keine Gemeinschaft, daher sich auch bei dem jüdischen Theile der Bevölkerung keine gel-

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