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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-07-01 · 7 (Juli 1846) · p. Seite 263

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
7 (Juli 1846)
Date
1846-07-01
Page
Seite 263 (sequence 25)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 263 sonst so selten zu Theit wird, priesen, waren sie auch in der Horm minder ge« lungen, als es der Fall ist. Während wir in der Regel uns schon befriedigt fühlen, wenn bei christlichen Autoren vom Juden nicht die Rede ist, indem eine beiläufige Berührung derselben zumeist die Sprache des Spottes und des Hasses, oder was-noch unerträglicher ist, die der gnadenreichen Barmherzigkeit des gestrengen Herrn gegen den armen Sünder aihmet: so finden wir hier dieErstlingskrast der Muse eines für Gerechtigkeit und Liebe begeisterten Christen in der Zueignung den bedrückten Juden gewidmet in Worten der aufrichtigsten Theilnahme und des aufrichtenden Trostes für die, deren Sache mit gleicher Kraft und Wahrheit als dichterischer Gewandtheit geführt wird, ohne daß irgend eine den reinen Hauch derselben trübende Tendenz fich blicken ließe. Wir wären, wenn es der Raum zuließe, stark in Versuchung, einige Gedichte nebst der Zueignung als Probe hierher zu setzen, um unser Urtheil zu bekräftigen; doch können wir nicht umhin, dem Leser wenigstens Eines von geringerm Umfange, das uns zu den besten zu gehören scheint, mitzutheilen. Es ist: Des Judenmädchens Trauer. Wie stets doch alle Schwestern fragen! Nicht weiß ich, warum ich bedrückt, Bin Braut wohl, aber kann nicht sagen, Wie ich als Braut so recht beglückt. Bin ich allein, im leisen Hauche Send' einen Seufzer.ich empor; Zwar lächelnd schauen will mein Auge Doch — eine Thräue sinkt davor. Wohl liebt er mich, den ich erkoreo, Und mehr als seiner Seelen Heil; Ich lieb ihn, ja, als ob verloren Ohn' ihn mir meiner Tage Theil. Wenn ich den Blick in seinen tauche, Dann glüht der Busen mir empor. Dann lächelnd schauen will mein Auge, Doch — eine Thräne sinkt davor. Was mich bedrückt, so leise, nagt es. Wenn eine Chriftenbraut ich seh'; Doch nie die heiße Lippe sagt es, ' Warum mir dann so weh, so weh. Wenn sie mir naht, umweht.vom Hauche Der Wonne, blick' ich kaum empor. Dann lächelnd schauen will mein Auge, Doch — eine Thräue sinkt davor. Wie kann sie froh der Zukunft sinnen An des Geliebten Herz und Hand; Ihm glückt ein jegliches Beginnen, Sein Streben hemmt kein lahmend Band.

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