Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 7 (Juli 1846)
- Date
- 1846-07-01
- Page
- Seite 260 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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260 Zur Geschichte der Juden in Polen. chische Sprache. Unter seinen vielen Werken heben wir seine Apologie oder Rechtfertigung der Juden heraus. Die königliche Gesellschaft der Künste erkannte ihm hierfür eine Ehrenbelohnung zu. Er starb im 1.1812. Jacob Kalmanson war Philosoph und Literator; Surowiecki lobt ihn sehr in seinem Werke. Er zeichnete sich durch mehrere Schriften aus; vorzüglich durch seinen Versuch über den gegenwärtigen Zustand der Juden in Polen. 2Thle. 1796. Er starb zu Warschau 1811. Abraham Stern, großer Mathematiker, Philosoph, ausgezeichneter Philolog und gelehrter Naturforscher, war Mitglied der literarischen Gesellschaft, Director der von der Regierung für die jüdische Jugend errichteten Schule und Censor im Hebräischen und Chaldäischen. In mehreren Journalen sind Mittheilungen über die früheren Jahre dieses Gelehrten zu lesen, und welche Hindernisse jeder Art er zu besiegenhatte, um jene Kenntnisse zu erlangen, die seinen Ruf begründeten. Außer der Rechenmaschine, seiner vorzüglichsten Erfindung *), suchte er auchmehrere Ackerwerkzeuge zu vervollkommnen: er schuf das Modell einer Dreschmaschine und einer neuen Sichel. Auch erfaßte er den Plan zu einer neuen Säge. Den literarischen Studien blieb er ebenfalls nicht fremd; seine verschiedenen in polnischer und hebräischer Sprache veröffentlichten Schriften beweisen, daß er beider Mundarten gleich mächtig war; vorzüglich hatte er sich eine große Gelehrsamkeit in der hebräischen und chaldäischen Literatur erworben. In seinen nachgelassenen Manuscripten findet man kritische Bemerkungen im weitesten Sinne über die Bibel, sowie sehr belehrende Notizen über hebräische Grammatik und Lericographie. — Sieben und siebenzig Jahre alt arbeitete er noch mit Eifer seine Rechenmaschine so zu vereinfachen, daß man sie in der Tasche bei sich tragen könne, und es gelang ihm vollkommen. Er unterlag endlich den Anstrengungen seiner Arbeiten, und starb allgemein geliebt, geachtet und bedauert, in dürftigen Umständen den 6. Februar 1842. Marschall Diebitsch Zabalskanski war sein Schüler in der Mathematik und Astronomie. Roch können wir zu den Juden, die ihrem Volke in Polen Ehre machten, den Rabbiner von Chelm Herschel Josefowitsch rechnen. *) Durch diese Rechenmaschine multipliciren sich die Zahlen gleichsam von selbst, indem man Multiplikand und Multiplikator in die Facher legt, worauf dann das Resultat von selbst erscheint. Sie istvon vorzüglichem Nutzen für die Logarithmen und andere höhere Rechnungen. Diese Maschine machte, wie üi der Sulamith berichtet wurde, zu ihrer Zeit sehr großes Aufsehen.