Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 7 (Juli 1846)
- Date
- 1846-07-01
- Page
- Seite 245 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der Jude« in Polen. 245 Diesem großen Monarchen, den die Geschichte unter die vorzüglichsten Fürsten setzt, diese das Sceptcr getragen haben, ist bei der allgemeinen Bewunderung, die ihm seine großartige Tapferkeit, seine Beredsamkeit, seine Gerechtigkeitsliebe, sein Geist verschafften, ein Vorwurf wegen eines Fehlers zu machen, den er zwar schon bei seinem Leben genug gebüßt hat, der aber doch noch heute auf ihm hastet: daß er die Einführung der Jesuiten in Polen begünstigte, während er doch so häufig wiederholte: daß Gott allein die Gewissen beherrschen kan». Es ist zwar richtig, daß die Jesuiten sich um diese Zeit durch ihre Liebe zu den Wissenschaften auszeichneten, und eine große Anzahl Gelehrter unter sich zählten; allein sie sind es auch, die Unduldsamkeit, Anatheme, Verfolgungen und Jntriguen aller Art, die mit einem Bürgerkriege und den Kriegen mit Schweden und den Kosacken endigten, ins Land brachten. An die Aufnahme der Jesuiten auf polnischem Boden ist mit Recht die Ursache des Verfalles dieses schönen Reiches zu knüpfen, der 'Unordnung und der Anarchie unter seinen Bewohnern, des fast gänzlichen Unterganges einer großen, schönen und edlen Nation. Es kann jedoch hier nicht mit Stillschweigen übergangen werden, daß die Stimme der Menschlichkeit sich häufig in den Debatten der Vertreter der Nation hören ließ. Die Annalen der Landtage 1532 und 1534, gesammelt von Tomiecki, zeigen deutlich, daß es Polen gab, die den Ruhm des Vaterlandes und das öffentliche Wohl zu würdigen wußten. Sie verlangte!!, daß man den Juden Gerechtigkeit widerfahren lasse, daß ihnen gleich den anderen Bewohnern des Landes Freiheit gewährt werde; allein ihre Stimme wurde als erkauft betrachtet. Diese Vertheidiger der Unterdrückten besaßen nicht genug Bürgermuth, um in ihrem Unternehmen auszuharren. Die Jesuiten machten sie davon abwendig, veranlaßten, daß sie, nachdem sie bis auf den Tod gekämpft hatten, in dem Augenblick, wo ihnen der Sieg werden sollte, auf ihn aus Furcht vor einer niedrigen Beschuldigung verzichteten! Die Jude» selbst vertheidigten sich auch. Es erschien zu derselben Zeit eine gut geschriebenes gründliches Werk von einem anonymen Unglücke Polens, das hierdurch in viele Fainilienkriege verwickelt wmde, den Thron. (Siegmund Hk. Wasa 4587 —1.632, Wladislaw IV. 1632->648, Johann II. Kasimir 1648 — 1668). Des ritterlichen Johann Sobieski, eines gebornen Polen, Regierung (1674—1696) war glanzaber nicht erfolgreich. So wie das schwedische war auch das sächsische Hans (August II. 1697—1733. August III. 1733—1763) unheilbringenv für Polen. Der letzte König Polens war Stanislaus August Poniatowskh (1764—1795), der den Untergang des Reiches, in das sich Rußland, Oesterreich und Preußen mehrmals theilten, erlebte. Vgl. 6. Lengntch Historia Polona. E. Bornschein, Geschichte von Polen n. A.