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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-07-01 · 7 (Juli 1846) · p. Seite 244

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
7 (Juli 1846)
Date
1846-07-01
Page
Seite 244 (sequence 6)
Language
German
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244 Zur Geschichte der Juden in Polen. kurzen Regierung von Neuem die Juden des Mordes christlicher Kinder anklagte und sie mehr als je verfolgte, bis endlich Stephan Bathorh, ein König so groß und edelmüthig wie Kasimir, das Statut des letzter» 'erneute und so den grausamen Verfolgungen ein Ende machte *). *) Ein kurzer Umriß der polnischen Dynastien und Regenten dürfte zur bessern Auffassung der Geschichte der Juden in Polen hier nicht am Unrechten Orte sein. Die erste Dynastie ist die der Piasten, die mit Pia st, einem Bauer aus dem Flecken Kruswick im I. 840 beginnt, aber erst von Miecek oder Miecestaw dem Aeltern, der im I. 965 das Christenthum annahm, und sein Reich als ein Lehn des deutschen Kaisers (I. 973) erklärte, ihre geschichtlichen Daten zahlt. Die Lehnverbindung mit Deutschland war aber sehr schwach, wurde oft von den polnischen Königen nicht anerkannt und hört im 13. Jahrh. ganz auf. Unter Mieceslaw's Nachfolgern ist zu erwähnen Boleslaw 1. oder der Tapfere (992—1025), der eigentliche Begründer des polnischen Reiches; Wladislaw Herrmann (1081—1102) unter.dessen Negierung mehrere reiche Juden aus Liebe zur Gewissensfreiheit einwanderten; Boleslaw 111. (1103bis 1138), der das Reich unter seine vier erwachsenen Söhne theilte. Unter den Nachfolgern dieser Söhne ist hcrvorzuheben Boleslaw der Frommie, Herzog von Kalisch und Gnesen (1258—1279), der, wie v. Heft S. 218 erwähnt wurde, ein Judenstatut (1264) erliest. Wladislaw Lokietek (1305—1333) vereinigte wieder die einzelnen Landestheite; und ihm folgte sein Sohn Kasimir der Große (1333 — 1370). Mit Kasimir dem Großen erlosch der Piastenstamm, und nun kam die Regierung an Ludwig von Ungarn. Bon da ab beginnt der Verfall des Reiches, da Ludwig dem Adel große Zugeständnisse machen mußte, die in der Zukunft immer mehr gesteigert wurden, bis der Herrscher zu einem bloßen Schattevkönig herabsank und die Republik dutch die unbezähmbare Anmaßung und Uneinigkeit des Adels sich fast immerwahrend im Zustande der Anarchie befand. Ludwig's Negierung mußte für die Juden in Polen unglücklich sein, da er auch aus seinem eigentlichen Erblanden Ungarn die Juden vertrieben hatte. Auf Ludwig folgte die Jagellonische Dynastie (1386—1572). Jagello, Großherzog von Lithauen, nahm die christliche Religion an, und bestieg unter dem Namen Wladislaw 11. (1386 —1434) den Thron. Unter seinen Nachfolgern h?ben wir heraus Alexander 1. (1501—1508), Siegmund 1. (1506—1548)und Siegmund II. August (1548—1572), mit. dem der Jagellonische Stamm erlosch. Das Reich wurde nun ein Wahlreich, die Monarchie war nicht in dem herrschenden Hause erblich und durfte auch der König keinen Nachfolger ernennen. Schon den Jagellonen wurden drückende Wahlcapitulationen aufgelegt, die nun sich steigerten und wurde das Reich stets jenem Bewerber zuerkannt, der sich am meisten der Rechte des Königs (und des Reiches) lwgab, und jene des Adels erhöhete. Diese Wahleapitulationen sind bekannt unter dem Namen > pacta conventa. Der erste Wahlkönig war der wollüstige und schwache Heinrich von Balois (1573 —1574), der aus der französischen Geschichte als Heinrich 111. hinlänglich bekannt ist. Ihm folgte S t e p h a n B a t h o r y, Großfürst von Siebenbürgen (1576—1586), einer der größten Könige Polens, berühmt durch seine Siege über die Russen, wie nicht minder durch die Energie, mit welcher er den Anmaßungen des stolzen Adels entgegentrat. Er soll an Gift gestorben sein. Das Haus der Wasa (Schweden) bestieg zum großen

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