Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-06-01 · 6 (Juni 1846) · p. Seite 237

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
6 (Juni 1846)
Date
1846-06-01
Page
Seite 237 (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2744856-2744883-2744890--1188-2746156
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

237 Zur Wissenschaft des Judenthnms. sirS Abdaleah ben Ali mit einer großen Summe von Golddublonen, daß man sie über diesen sehr kitzlichen Punkt kn Ruhe ließ. Es geschah im Jahre 1106, denn Ende September dieses Jahres starb Jusuf 0. Wenn ein Schüler des Isaak Lbn Grat ein Dichter R. Josef b. Jacob Lbn Sahl ist, so nennt eben so als in poetischen Leistungen bekannt Almakkari den jüdischen Dichter Ibrahim ibn Sahl Al— iarayli (p. 158. 159). Bevor Sachs den Zweiten Ey lus der spanischen Dichter bespricht, in der sich die Blüthe der hebräischen Poesie darstellt, gibt er noch eine Notiz über R. Bechai, von dem er ein großes Gedicht mittheilt, der im Jahr 1000 gelebt und der Verfasser des beliebten Volksbuches Chobafc hallebabot (von den HerzenSpsiichten) geworden ist. Hierauf nennt er nun die Namen Moses ben Jacob ibn Esra (1138 noch am Leben), R. Jehnda Hallewi (wahrscheinlich 1105 geboren), R. Abraham ben Meir ibn Esra (1119 geboren), nebst andern, ihrer Knnstgenoffen und bezeichnet den Charakter ihrer Poesien als dörr künstlerischen, wahrhaft poetischen, der, das Schleppende des eklektischen Tones abwerfend, in der Form nur das elegante, wohl paffende Kleid, nicht aber die Fessel ficht, die ihn bedrückt- Die Gelehrsamkeit, die früher durch die oft dunkele Beziehung auf Midraschim aller Art zum Verstandniß nöthig geworden war, weicht einer klaren durchsichtigen Ausführung der Gedanken , und die Lyrik, der Ausdruck der eigentlichen inrrviduellen Stimmung, weiß sich, weil sie eben heimisch geworden in den sie umflechtenden Formen trotz aller dieser in allen ihren Färbungen geltend zn machen. Hier theilt er noch mehrere Gerichte übersetzt mit, die er in dem Cyclus der Ueberfetzunqen nicht gegeben; diese Dichter waren begabte Menschen überhaupt und das, was man an den großen Dichtern der modernen Zeit vor Allem anerkennt und rühmt, daß auf dem Fußboden eines vielverzweigten gründlichen Wissens ihre Phantasie einen tief durchdachten und doch lieblichen Mosaik geschaffen und ansgelegt haben, das tritt bei ihnen deutlich hervor; Moses ben Esra wird als gelehrt in der griechischen Philosophie gerühmt; Jehuda Hallewi ist der bekannte Verfasser des Cusarl, dessen Fabel unbedingt auf historischem Boden ruht *); 1) Conse 2, 196. Der Uebersetzer der Commentare von Saadia und Jacob den Nissim zum Buch Jezlra heißt wie Zunz bei Sachs p. 256 angibt. Moses b. Josef b. Moses b. Nathan b. Moses. Kann nicht dieser Nathan der in Lepker harcab. bei der Ankunft des Mosche in Cordova genannte «jro s sein? , 2) Mit Unrecht hat man die Erzählung, die als Drama dem Cusarl unterliegt, die Berufung von Männern der verschiedenen Religionen, für eine bloße Erfindung des Jehuda Halewi gehalten; daß ste auf einer Sage beruhe, bezeugt uns das Analogon, das Nestor, der russische Annalist, von Wladimir erzählt. Auch er hat Juden, Muhammedaner und Christen gerufen, um aus ihren Religionen zu wählen. Cf. Schaffarik, slavische Alterthümer 2, 88. Welcher historische Grund diesen Maßregeln, welche die Fürsten nahmen, zu Grunde liegt, ist noch nirgends erörtert; es klingt so unwahrscheinlich, einen solchen Schritt von einem heidnischen Monarchen der Zeit gemacht zu hören. Aber der Sache liegt ein politischer Grund von großer Wichtigkeit unter. Die nach Europa seit dem 6. Jahrhunderte einströmenden und herrschenden Nationen, wie die Chazaren, Magyaren, Petschenegen und außer ihnen auch die Russen trafen in den unterworfenen Landern und beherrschten früher und spater die verschiedensten Confesstonen, Christen, Muhammedaner, Juden und Heiden. Dasselbe war in Rußland der Fall geworden. Wenn das heidnische Element zu schwach ward, sah

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.