Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 6 (Juni 1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- Seite 231 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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231 Zur Wissenschaft des Indenthums. terdrnckung gegen fie kämpfenden Monarchen der Westgothen gleichwohl widerstanden, denn des geistigen Lebens ermangelt eine größere Zahl von Juden nie und die Verbindung mit ben auswärtigen Glaubensgenossen hat nie aufzehört. König Egica spricht es in öffentlicher Versammlung aus, daß die Jpde» durch ihre Verbindungen auf den Ruin des Staates dachten *); man hat keine Ursache zu zweifeln, daß sie wirklichen Amheil an dem Herüberkommen der Araber hatten. Daß König, Witiza sie von manchen Lasten befreit, erzählen einige Autoren a) und geht auch aus dem Haß der orthodoxen Schriftsteller gegen diesen Joseph II. der Westgothenkönige hervor. Ihre Menge war noch so groß bei der Eroberung, daß ihnen die Araber die Besetzung der eroberten Städte anvertrauten. Granada, Toledo, Sevilla, Cordova 1 2 3 4 5) gehören unter diese. BonKharnatta sagt Arrazi *) bei Gagaugos „und in diesem District ist die Stadt Kharnatta die Jndenstadt genannt, weil sie von Juden bevölkert war; in Toledo fand Tank 21 Copien des Pentateuchs des Evangeliums und der Psalmen. Das Buch von Abraham und das von Mofes." So erzählt Ahmed der Vorleser »); was unter dem letzteren zu verstehen sei, weiß ich nicht. Mit den Arabern kam die Poesie nach Spanien und die Juden, crls es ruhig im Lande geworden war, singen an nachzuahmen und zu wetteifern mit dem ihnen befreundeten Volke. Wenn auch Alchan'fi erst in dem Jahr 4760 die Juden poetisch werden laßt, so ist doch das wahrscheinlich schon früher geschehen; unter Abderrhaman III. freilich begann sie wie die arabische erst recht zu blühen;^ schon Alhakem der Erste (796 —822) hatte einen jüdischen Musiker«). Wenn Alcharisi ferner sagt „denn so lauge sie in ihrem Lande saßen — wußten sie nichts von Sykbenmaßen — in Hiob, den Sprüchen und David'S Liedern — finden sich wohl Satze mit kurzen Gliedern— die sich wie unsere Verse lesen — doch haben sie nichts-von ihrem Wesen" — so ist das ebensowenig genau; schon der Umstand, daß In dem Briefe des R. Ehisdai an den Khazarenkönig ein gereimter Eiügang und das Akrostlch dos Verfassers sich befindet, zeugt von der Bekanntschaft mit Kalirischen Dichtungen und einer Art Ausbildung in Vieser Gattung, weil eben in arabischen Gedichten Akrostiche selten oder gar^ Uicht stattstnden. Er aber war efn Gönner und Beförderer der Wissenschaften und in seiner Zeit blühen Grammatiker, Aerzte und Dichter. In dasselbe Jahr, in das Tachkemoni den Beginn der spanischen Poesie versetzt, fallt auch eknklei- 1) Cöncil. Toletan; XVII. cap.8.29* bei D’Agulrre 4. 345. (694 n. Ehr.) „Sed et Gentis suae et patriae exitum, quoä fore illi inferendum saepius decrevere.“ Cf. Lembke, Gesch. von Spanien p. 116. 196. Die Treue, die sie deu Ostgothen zeigten, verwandelte sich hier in die selbstvergessenste Verzweiflung.^ 2) Lucas Tudensis , den Lembke p. 120 anführt. Der visoorso «obre ei Estado de los Judios cftfrt daS ^Cronicon atribuido a San Julian“ (p. 145). 3) Abmed Jbn Mohammed At Makari ed. Gayangos I. p. 280 — 284. Conds, Geschichte der Mauren in Spanien, übers, von Rutschmann I. p. 73 rc. Murphy p. 65 ic. (aus Ahmed). Lembke 1, 266; 269 rc. Cf. Hodinc. Toletan. de reb. Hisp. ap. Schott. 2r 67. 4) Tom. 1. p. 347. 5) Tom. 1. p. 283. 6; Almakkari ed. Gay* t. 3. p. 117.