Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 6 (Juni 1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- Seite 228 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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228 Zur Wissenschaft des Judenthums. Männer 'der Zeit machten, so muß doch dabei an eine Correfpondenz mit jüdischen^ -WUen gedacht werden. Wie man nun in dem Westgothenreich des Reccared rc. in diesem eigentlich christlichen Staate ihren Glauben angriff, haben sie ihn tüchtig und ernst zu vertheivigen gewagt; das geht deutlich aus dem Buche Jsidor's hervor, das er gegen sie richtet *).. Den Grund davon gibt er an (p.2): „Judaei ndventurn Christi malunt ignorare, quam nosse, negare, quam credere. Quem enim venturum accipiunt, venisse jam nolunt. Quem resurrecturum legunt rcsurrexisse non credunt. Sed ista ideo non inteHigere se fingunt, quia sacrilegio suo impleta cognoscunt.“ Dann fährt er weiter fort: „Ad quorum refellcndam perfidiam quaedam ex veteri testamento aggregavimus testimonia“, indem er damit auf Disputationen der Inden gegen diese Sachen hinzielt, so p. 8. „Quod si respondeant ad angelorum.“ p. 15. „Verum quoties inimici Christi omnem hanc prophetiam nativitatis ejus audiunt conclusi, dum non habeant, qnod proponant, argumentantur necdum venisse Ghristum de quo haec omnia ora prophetarum praesaga cecinerunt.“ p. 19. „Judaei autem pervicacia impudicae frontis dicunt nondum esse id tempus expletum, mentientes nescio , quem regem ex genere Juda« in extremis Orientis partibus regnum teuere“1 2 3). Isidor tadelt es auch sehr am König SisebatuS, daß er gewaltsame Jndenbekehrnngen begonnen, „^otestate enim compnlit, quos provoeare Adei ratione oporUiil. Sed sicut est scriptum sive per occasionem sive per veritatem donec Christus annunciatur.“ Schon Reccared hatte bei schwerer Strafe jeden Eingriff ans katholische Wahrheiten untersagt und alle Disputationen verbo en ^): „Quascunque noxias dispütationes eandent Adern impugnans palam pertinaciter aut constanter vel proferat vel profcrre silenter attemptat.“ Das wiederholt Ervig, der endlich auch die Lectüre aller dergleichen Bücher für schädlich findet. „Ideo st quis Judaeorum libros illos legerit vel doctrinas attenderit sive habitos in domo sua celaverit in quibüs male contra Adern Christi sentitui, et publice decalvabitur et centcnorum filagellorum verberatione plectetur.“ Harter ist die Strafe, wenn er trotz einer Bürgschaft, dieß nicht zu Ihun, dabei betroffen wird: „Talium libros vel doctrinas apud se aut habere aut attendere audeat aut studiis meditandi assumat.“ Das bezieht sich offenbar theilweise auf die Studien des Talmuds, unter dem wohl die Bücher in quibus male contra Adern sentitur verstanden werden, theilweise aber auch auf Schriften, die gegkst die christliche Religion verfaßt worden sein mögen. Diejenigen, die Kinder darin unterrichten, die noch nicht 10 Jahr alt sind, werden selbst bestraft, aber die Kinder befreit; haben sie das 10. Jahr schon erreicht, verfallen 1) Isidori opp. ed. Arevalo t. 6. Sie wurde in'S Deutsche sehr früh übersetzt. CA Tom. 1. p. 550. 2) Es ist dunkel, worauf sich das bezieht. Ob die Sagen, die im Eldad Hadani erscheinen, zu Grunde gelegen und den angegriffenen Juden zu einem NothheLf für den Beweis, daß noch das Scepter von Juda - (was hier mit Israel und Juden überhaupt identisch ist) noch nicht genommen ist? Man muß hierzu die Antwort des KhazarenkLnigs vergleichen c-Mj .ö-ndltf nw&iro jndb'att trp-o 3) Legg. Visigothorum tit; II, 2. (Corp. jur. Germanici ed. Walter 1,631.) ,