Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 6 (Juni 1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- Seite 223 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der Juden in Pole». 223 Wenn nny Jacob ZaberowSki glauben, so hatte der König Alerander nachgebend den VorstellungenderGeistlichkeit, im S inne, alle Juden, aus Polen zu vertreiben * *). Przluski lobt Alerander, daß er die Geldgnerbietungen, die ihm die bedrohten Juden machten, von sich gewiesen. Czacki bemerkt, daß dieser König bessör daran gethan hätte, diese Anerbietungen anzunehmen, den Schatz zu bereichern »ind die Unschuldigen zu beschützen ’)• — Ein Umstand, von dem man in der Geschichte Spuren ftndet, dürfte hier angeführt werden. Während der religiösen Uneinigkeiten wollten die Christen die Juden zu Proselyten machen. Diese sollen nun im Gegentheile, indem sie den Jrrthum der verschiedenen Secten nachwiesen, zum Ziele gehabt haben diese zur Annahme der mosaischen Religion zu bewegen. Dieser Versuch wurde die Ursache neuer Verfolgungen. Die Geistlichkeit erregte nicht nur von der Kanzel herab, sondern durch Manifestationen jeder Art den allgemeinen Haß gegen sie. Die Juden bedrohet und erschreckt, wendeten sich an den türkischen Sultan, um einen Aufenthalt in seinen Staaten zu erlangen. Es ist bekamit, daß eine große Anzahl Juden, Opfer der Verfolgungen, uns diese Zeit Polen verließ und sich in der Walachei ansiedelte: Andere wurden angehalten. . Betrachten wir das Gesetz hinsichtlich der Juden unter der Herrschaft Siegmund's. Sie durften nicht die Zollrevenuewin Pacht nehmen, dursten kein Amt auöüben und nicht in den Dörfern wohnen. Die Juden, die in den königlichen Städten und Dörfern wohnen, können nicht auf den Schutz des Königs rechnen. Sie zahlen eine doppelte Steuer während des Krieges. — Gewöhnlich pflegen Männer, die durch Geist, Gesinnung und Stellung hervörragen, sich über Vorurtheile und Finsterniß zu erheben. Aber vergebens durchforscht man die Bücher der polnischen Gelehrten: katholische wie protestantische Schriftsteller haben Gemeinschaftliches in ihrem Haffe gegen die Juden; und oft zeigten sich der Papst und die Bischöfe noch gerechter gegen die Polens beginnt, wie wir weiter bemerken werden, erst in späterer Zeit »nd legt kein bedeutendes Zeugniß für ihre Wissenschaftlichkeit ab. Der Vers, gibt übrigens keine Quellen an; jedoch hat der Aufruf manches jüdische Gepräge, »nd weiset die Stelle „es giebt so viele Inden wie die Sterne ff. bei uns aber ff. tritt fie die ganze Welt wie den Sand" ziemlich deutlich ans Lsresetiit raliba c. 41. hin. *) Alerander regirte von 1501—1506 und folgte ihm sein Bruder Siegmünd I. Sein Vorhaben, die Jude» zu vertreiben, scheint durch seinen bald eingetretenen Tod vereitelt worden zu sein. 1) Dieser Umstand ist ausgedrückt in einem Briefe Siegmnnd 1. an Peter Kmitta, den 9. Juli 1640, der sehr die Sache der Juden beklagte. (Hier ist offenbar ein Druckfehler, da Siegmnnd in der ersten Halste des 18. Jahrhunderts regierte. Der Vers, gibt auch hier sticht die Quelle an.)