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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-06-01 · 6 (Juni 1846) · p. Seite 217

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
6 (Juni 1846)
Date
1846-06-01
Page
Seite 217 (sequence 19)
Language
German
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217 Zur Geschichte der Jude» t» Polen. kel bestätigt , daß In der Hauptstadt der Khazaren sich ebenfalls Juden befanden, daß ihr König Jude war und die Hauptstadt Amot genannt wurde. Es darf hier nicht übergangen werden, daß der Geschichtsschreiber Karamsin und alle russischen Chronisten dar in Übereinkommen, daß die Juden sich vor dem 10. Jahrh. in diesem Reiche niederließen. Nestor erzablt, daß die Juden aus dem Staate der Khazaren den Großfürsten von Moskau Wladimir überreden wollten, ihre Religion anzunehmen. — In der Bibliothek des Vatikans Mdet manWerke russischer Juden aus dem Jahre 1094. — Vineenz Kadlubek, polnischer. Chronist, erwähnt der Juden zum erstenmale im Jahre 1176. Die Christen hatten nach der Gewohnheit vergangener Zeiten die Juden, wie er er erzählt, angegriffen: Mieczylaus der Aeltere und die Behörden nahmen sie in Schutz. Die Christen wurden als Anfallende bestraft. Freiheitsbricfe aus-dem 13. Jahrh. (1203 und 1207.) legen an' den Tag, daß die Juden Grundeigenthum, erwerben konnten; es wird dort von dest Dörfern berichtet, die sie nach dem Rechte der Erbschaft besaßen. — Boleslaus, Fürst von Großpolen, räumte im Jahre 1264 den Juden einige Privilegien ein, die Kasimir der Große auf alle andere Provinzen erstreckte. Dieser große Fürst mußte oft die Mönche und den Adel, die seine väterlichen Absichten zu vereiteln suchten, ernstlich strafen. Er fühlte das Unglück der Bauern und aller Jener, die ihr Stück schwarzes Brod im Schweiße des Angesichts gewinnend der Grausamkeit ihrer unmenschlichen Herrn ausgesetzt waren, er war darauf bedacht (1347.) sie zu beschützen und suchte die Städte zu erheben, indem er Handel und Industrie zum Flor brachte. Der Adel nannte ihn spottweise den Bäu er nkö n ig, und beehrte ihn gerade hierdurch mit dem schönsten Titel, den ein großer Fürst anstreben soll. Ka simir hatte auch den Beinamen Assuerus erhalten^ Empfänglich für weibliche Reize und ebensounbeständig als lebhaft wechselte er oft seine Liebschaft bis er eine .Jüdin von bezaubernder Schönheit , Esterka aus Opoczno, in das königliche Bett - aufnahm. Er zog sie vor Adelheit, der Tochter des Landgrafen von Hessen, vor, und entfernte ebenfalls ans seinem Pallaste dieschöne böhmische Prinzessin Rokiczana. -Von Esther hatte er zwei Söhne: Nemir und Palka.. Von Eifersucht und Vorurtheilen getrieben, legten manche sein königliches Wohlwollen gegen die Juden seiner Leidenschaft bei und verglichen ihn mit Assuerus. Allein wenn man bedenkt, daß in Polen, das damals mit ungeheueren Wäldern bedeckt Mangel an Einwohnern und Städten hatte, und Handel und Industrie erst geschaffen werden mußten, so konnteKasimir wohl nichts besseresthun alsdieJuden beschützen. Frankel» Zeitschrift II!, 17

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