Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 6 (Juni 1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- Seite 216 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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HAK 3m Geschichte der Züde« Ly Pole«. WfGeschichtsschreiber NarusHew itz LehauM^daß dwRtedevlassung der Juden in Polm; sich weit über die ältesten Chroniken dieses Landes hinquferstreckte. Andere Geschichtsschreiber wollen , d<tß zm Zeit der Befolgungen der deutschen Kreuzritter eine große Anzahl JudenZuflucht undGastfrmndschaft inPolen suchten und sie auch fanden '). Wtse heim erste» Anblicke Wh widersprechenden Meinungen lassen sich auSgleichen. Die im Rmde« Polens niedergelassenen Juden kamen wohl i«11. Jahrhundert aus Deutschla«w, wo sie zu dieser Zeit schreckliche Verfolgungen erlitten, an '); während sie sich in dm mittäglichen Provinzen schon in viel ftüherer Zeit scheinen niedergelassen zu haben. Esjst sehr wahrscheinlich, daß sie daselbst zur Zeit der Einfälle der barbarischen Horden ankamen, die sich damals vom Orient nach dem Occident drängten. In einem Briefe des Ministers Abd-el-Rahman an denKömg der Khazaren wird zweier polnischer Juden, Mark Saul und Mark Joseph, die nach Eordua mit dem Abgesandten dieses Fürsten gekommen warm, Erwähnung gethan. Earmoly sagt in seinemWerke (Etat des lsraelites en Pologne par M. Carmoly), daß die Anwesenheit der Juden in Polen vielleicht bis zu einer der Gründung dieser Monarchie sehr nahen Epoche hinaufsteige, da man schon unter Zimomislaus eine große Anzahl. Juden rechnete. Die mosaische Religion war arss de« Gipfel des Eaucasus als Glaubensbekenntniß von dem König derKhazare» angenommen wordey, welches wohl darauf schließen laßt,dH es dort Juden in nicht geringer Anzahl gab und daß sie einen große». Einfluß übten. Von da gingen sie nach den russischen und polnische» Provinzen über, wo sie sich mit dem Handel, dem Austausch der Produkte des Bodens beschäftigten und dienten sie als Vermittler zwifchm dem Norton und dem Süden. Ez acki scheint in seinem schätzenswerthen Werke (Rozprawo o Zydach, Dissertation über die Juden) ObigeS zu bestätigen. Er sagt (p. 69.), daß ein zu Anfang des 10. Jahich. Wmder arabischer Geograph, Eben Haukel bezeugt, daß an de» llfern des Menod Atel oder Wolga ein Königreich, bekannt durch seinen Ackerbau, eristirte , dessen König ein Jude war. Er hatte neun Kadis und 1200 Soldaten; in seiner Hauptstadt, Namens Bat, genossen die Einwohner verschiedenen Glaubens dieselben Rechte. Messvdi, ein anderer arabischer Geograph und Zeitgenosse des Eben Hau- 1) W. Grabowski erzählt i» seinem Werke, „über die polnischen Juden", paß mau im Jahre 1096 zuerst Jude» iu Polen sah. 2) Ihre Ankunst ans Deutschland wird auch durch die Analogie bestätigt, di« fich iu ihre» Ceremoutru und Gebete» mit denen der deutschen Juden findet. Ihre Sprache, die eine altdeutsche ist, bezeugt ebenfalls die gemeinschaftliche Abstammung.