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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-06-01 · 6 (Juni 1846) · p. Seite 211

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
6 (Juni 1846)
Date
1846-06-01
Page
Seite 211 (sequence 13)
Language
German
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Die Principien de- Talmuds i» Bezug auf Reformen im Judenthume »e. 21t Minorität überstimmt und die Entscheidung der Majorität gleich in's Leben trat, konnte kein Streit aufkommen. Allein gegen diese Ansicht bemerkt Bachrach ganz richtig, daß auch schon zur Zeit des großen Synhedrins Streitigkeiten über manche Bestimmungen obwalteten, was die oben Erwähnten beweisen, und erklärt daher das Entstehen des Streites mit der Einführung der Paare rait in das Synhedrin. Seitdem diese an der Spitze standen Und gleichgewichtige Stimmen hatten, konnte es leicht geschehen, daß, wenn sie selbst in einer Meinung differirten, jeder für seine Stimme einen Anhang bekam, und es wegen der gleich entgegengesetzten Parteien gar nicht zur Abstimmung kam, wodurch es bei der Meinungsverschiedenheit verblieb. Dieses wird auch von den Schülern des Hillel und Schamai ausdrücklich bemerkt *’‘rrc&n laiws nnin ‘int» man a\ npidnvn tw fl»» ha na»». s6a ilm nsao (Synhedrin 88b.), denn unter ihnen nahm die Spaltung der Parteien insbesondere überhand. Diese Erklärung scheint auch ganz begründet in der geschichtlichen Entwickelung des Synhedrins, denn wie wir an einem andern Orte bereits angedeutet haben '), hat um die Zeit, als die man sich gebildet, die Spaltung zwischen dem Hohenpriester und dem Synhedrin stattgefunden, wodurch Letzterm die Staatsangelegenheiten ganz aus den Händen genommen wurden und es mehr Muß« zum Studium des Gesetzes gewann. Co lange nun auch die wichtig» Staatsangelegenheiten zu dessen Berathung kamen, war seinWirkungskreis ein praktischer, hatte es nur über vorgelegte legislative und.religiöse Fragen des Lebens zu entscheiden, und man hatte nicht die Zeit und hielt es auch nicht für nothwendig, neue Theorien zu begründen für mögliche Fälle. Als es aber dieser Berathungen der öffentlichen Angelegenheiten enthoben wurde, konnte es die gewonnene Zeit zur Begründung neuer Theorien für die verschiedenen Complicationen im Leben benützen, wo es, wie natürlich, an mannigfachen DiScussionen und Meinungsverschiedenheiten nie fehlte; und da diese nicht über Fragen entstanden sind, die ihre unmittelbare Anwendung in der Praris fanden, so drang nichts auf einen förmlichen Beschluß und es verblieb so unentschieden bei dön getheilten Meinungen. Dieß war insbesondere da der Fall, wo, wie in der Schule des Hillel und Schamai, die streitenden Parteien durchaus nicht zur Versöhnung geneigt waren. Und dieses neue Streben des Synhedrins, das die liebgewonnenen Debatten an die Tagesordnung brachte, gab auch den ersten Impuls zur Errichtung der vielen Schulen, die um diese Zeit entstanden. Doch die zweite Frage laßt auch Bachrach ohne Lösung und diese kann auch auf keine andere 1) Im Augusthefte des I. 1845 dieser Zeitschrift S. 3V8.

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