Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 6 (Juni 1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- Seite 206 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Die Principien des Talmuds io Bezug auf Reformen im Judeuthume »c- Nach dieser Feststellung des Sinnes der fraglichen Mischna inEdujot wird es uns nun möglich, die talmudifchen Bestimmungen in Be« ziehung auf die Gültigkeit der Satzungen der zwei letzten Classen sicherer und genauer anzugeben, und zwar: Ad IV. Alle Satzungen, die im Talmud, nämlich in der Mischna und Berajta, bloß discussionSweise zur Bestimmung für einen möglichen Fall dastehen, das heißt, über welche Controverse obwalten und es heißt nicht bei ihnen vibm wa, oder die nur allgemein ohne Benennung der Urheber vnv dastehen, sind nicht als Cynodalbeschküffe anzusehen, und können von jedem Oberhaupte einer Schule ohne Zusammenberufung eines i’a nach gehöriger Erforschung der Quelle auch diejenigen für die Halacha angenommen werden, die nur Einzelne der Mehrheit gegenüber ausgesprochen, wenn sie für die Praxis geeigneter und überhaupt nach der allgemeinen Ansicht und dem Standpunkte des Bewußtseins motivirter erscheinen. Denn dieses haben alle späteren Emoraim in Bezug auf die Satzungen, die in der Mischna wie in der Beraita Vorkommen, gethan, und daß sie oft in ihren Bestimmungen sich nach dem allgemeinen Bedürfniß gerichtet, mögen die Grundsätze beweisen y-aA nsina b-pana , ■paYf’Ja V'pana nabn, siehe ferner Berachot 22a. Megiüa 31b. Daß auch der Standpunkt derErkenntniß Einfluß übte, zeigt die Auszeichnung gewisser Autoritäten für gewisse Gegenstände, als. a'aa nrl-n ,-pa ■'"aki rt»a , ■nvasrea saia-o nabn •mmaa. Daraus aber erhellt auch, daß alle Aussprüche der einzelnen Emoraim über Halacha u.dgl. auch nicht als Cynodalbeschlüsse angesehen werden, und daher auch sie von den späteren so behandelt werden können; denn cs findet sich nirgend, daß sie zu ihrem Beschlüsse eine Synode berufen hätten, weil sie es auch nicht brauchten; aber wohl finde» sich unter ihnen selbst getheilte Meinungen über die Halacha. lenden Beschlüsse konnte er als allgemein bekannt voraussetzen und daher ganz auslaffen. Diese aus die angegebene Weise geregelte Sammlung nun übergab er den Emoraim zur Bearbeitung, daß sie.'durch das Nubcstimmte, Kurze und oft sich Widersprechende angeregt, sie genau prüfen, nach den Quellen forschen und nach dem Resultate der Forschung entscheiden sollen, daher die Controverse über vriva nsbn. Aber das Gegebene mußte ihnen immer Richtschnur und Norm für ihre Beschlüsse bleiben; nur eine bereits von den früheren Tanaim ausgesprochene, oder aus den früheren Satzungen resultirende Meinung sollten sie als Entscheidung für die Praris gebrauchen können, aber keineswegs eine neue, allen früheren entgegen laufende Satzung ansslellen, damit nicht die Spaltungen und Zersplitterungen iu den Meinungen und Handlungen noch größer werden. Zu dieser Bearbeitung hat er ihnen in seiner Behandlung der Vorgefundenen Meinungen den Weg gezeigt. Was aber keinen Einsiuß ans die Maris hatte, wurde ihnen wegen *cr fcapi ar?-N übergeben.