Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 196 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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196 Zur Wissenschaft des Judenthums. habe ich zwar Loch nicht gefunden, aber bei der Zahl syrischer Produkte der Zeit, die man noch nicht kennt und noch nicht gelesen hat, laßt sich gar nichts behaupten. Auch in diesen mag ein gnostisches Element, liegen; wenigstens hat schon in der zweiten Halste des 2. Jahrh. der Gnostiker Marcus ein besonderes Mysterium in der Zahl und Stellung der Buchstaben gefunden *)• Der Schritt übrigens vom Alphabet bis zum Namensakrostich ist nicht groß, wenn man ähnliche Spielereien schon als gewöhnlich vorausgesetzt an die Lust des Autors ankuüpst, .seinen Namen unter der Zahl anderer Dichtenden bewahrt zu habend). In der jüdischen Liturgie Hat mau auch in der nachtalmudischen Zeit viele Sachen ausgearbeitet. Die alphabetische Ordnung erscheint hier in mehrfacher Gestalt»). (Schluß folgt.) K e c e tt {10 it e it. '•Dl ttfipifrö öi'nm (Debarim Attikim) enthalt 1) Erklärung von 90 Haparleg. v. Saadja. 2) Ethische Epistel von Aristoteles. Leipzig, 1844. 18 S. 8. (auf Kosten des Herausgebers, in Commission bei C. L. Fritzsche in Leipzig). ' Auch die geringste Spende, die auf den Altar jüdischer Wissenschaft ohne Arg niedergelegt wird, muß heute um so dankbarer ausgenommen werden, wo diejenigen, die Priester derselben sein sollten, „dem Eitlen nachgehen und vereiteln" (Jer. 2, 5). Wir dürfen nichts einwenderr, wenn für jene Gabe eine bessere dargebracht werden konnte; aber Oeconomie der Kräfte ist besonders denen zu empfehlen, die, wie der ungenannte Herausgeber (Hr. Ben-Jacob) das Bessere leisten können und wollen. — Die jüdische Literatur hat doch ein eigenes Schicksal! Seit fast einem Jahrtausend ist ein interessantes Schriftchen des berühmten R. Saadja fast nur dem Namen nach bekannt,' und plötzlich wird es — viermal abgedruckt: aus der Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes zum zweitenmal von Dukes in seinen Beitragen, vom Herausgeber hier, von Geiger in dessen Zeitschrift Bd. V! Auch unser Herausgeber hat, einiges Verdienst bei seiner Arbeit? welches er freilich sich und den Gelehrten bequemer, auch erworben hatte durch bloße Veröffentlichung seiner Ci täte (deren manche noch^fehlen) und Bemerkungen, unter denen wir z. B. die erste erwähnen, daß ptt22, welches Saadja als vulgär (mpba ) bezeichnet und Dukes nicht „im arab. Lexicis fand, auch nicht als vulgararabisch bezeichnet sei, sondern 1) Cf. Neander Gesch. der christl. Kirche (1. Ausgabe) t. 2. p. 742. Cf. Matter histoire du Gnosticisme 1, 800. 2) Wenigstens auf eine Eifersucht unter den Dichtendes deutet die Sage von der Vergiftung Elasar's durch R. Janai (israel. Annalen l. 1.). Eifersucht mag aber der natürliche Grund für die Beifügung der Namensakrostichen gewesen sein. 3) Zunz G. V. p. 378.